Allen - © Foto: Polyfilm
Film

Ach, New York, du Ort der Orte!

1945 1960 1980 2000 2020

Die MeToo-Debatte verhinderte, dass Woody Allens neuer Film „A Rainy Day In New York“ in den USA gezeigt wird. Gott sei Dank kommt er, mit einem Jahr Verspätung, in Europa ins Kino.

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Die MeToo-Debatte verhinderte, dass Woody Allens neuer Film „A Rainy Day In New York“ in den USA gezeigt wird. Gott sei Dank kommt er, mit einem Jahr Verspätung, in Europa ins Kino.

Die MeToo-Debatte kann hysterische Formen annehmen. Dass Woody Allen sich seit Langem mit Missbrauchs-Vorwürfen seiner Ex-Frau und deren Tochter herumschlagen muss, ist bekannt. Ebenso, dass bis dato eine gerichtliche Verifizierung oder gar Verurteilung in dieser Causa nicht stattfand. Das wussten alle Beteiligten – vor und hinter der Kamera, als sie sich mit dem Altmeister der filmischen Neurosen auf dessen neues Projekt einließen. Dass aber nach Fertigstellung des Films die Amazon Studios, welche „A Rainy Day in New York“ in die Kinos bringen sollten, absprangen, führte dazu, dass der Film in den USA nicht gezeigt wird. Und Hauptdarsteller Timothée Chalamet sowie seine Kolleginnen Selena Gomez und Rebecca Hall spendeten, aus schlechtem Gewissen, in einem Woody-Allen-Film mitgemacht zu haben, ihre Gage an Me-Too-Opfervereinigungen.

Mit einem Jahr Verspätung kommt Woody Allens neuer Film immerhin in Europa ins Kino, und man kann (und sollte sich) mit diesem Werk des Altmeisters und nicht mit dessen Begleittönen auseinandersetzen. Denn eines lässt sich über „A Rainy Day In New York“ auf jeden Fall sagen: Es handelt sich um einen herrlich altmodischen Film, in dem Woody Allen das tut, was er am besten kann: Über ein Beziehungswirrwarr in New York zu erzählen und seiner Stadt damit einmal mehr ein Denkmal zu setzen. Dazu kommt, dass Woody Allen diesmal mit Hollywoods Jungstars arbeiten konnte: Timothée Chalamet zeigt, was er alles draufhat, ebenso Filmpartnerin Elle Fanning sowie Selena Gomez als Dritte im Bunde.