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Film

Antidot gegen Trumps USA

1945 1960 1980 2000 2020
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Er zählt zu den Dokumentarfilmern. Und verlangt von seinem Publikum Sitzfleisch. Das ist auch bei Frederick Wisemans Dokumentarfilm-Epos "Ex Libris. The New York Public Library" so: 197 Minten mutet er einem zu, um in die Welt und Philosophie einer der größten Bibliotheksinstitutionen der Welt einzutauchen. Der "Tag der Bibliotheken" am 24. Oktober markiert auch hierzulande den Kinostart des Mammut-Opus.

Und man kann einmal mehr feststellen: Wiseman gelingt es auch in diesem Film, sein Publikum so zu fesseln, dass die Zeit, die er benötigt, um seine Geschichte zu erzählen, wie im Flug verstreicht: Weit über drei Stunden können auf diese Weise kurzweilig und gar nicht langatmig sein.

Die Institution, die Wiseman filmisch beschreibt, hat solch ausuferndes Engagement auch verdient. Denn mit über 51 Millionen Medien und -neben dem Hauptsitz -92 Zweigstellen in New York City, ist sie eine der größten Bibliotheken weltweit. Digitalisierung wie vorgeblicher Abschwung von Printmedien legitimiert diese filmische Herangehensweise an die unter anderem durch den Großindustriellen und Philanthropen Andrew Carnegie begründete Bildungsstätte.

Naturgemäß bildet eben die Digitalisierung eine der aktuellen Herausforderungen auch für die New York Public Library, die sich nach wie vor dem Zugang zu Information und Bildung für jedermann verschrieben hat. Der Dokumentarfilm stellt die verschiedenen Zugänge dazu ebenso dar wie die Diskussionen an der Spitze des Hauses, welche Philosophie für eine Bibliothek heute vonnöten ist, damit sie ihrem Auftrag nachkommt und auch in den rasanten medialen Entwicklungen bestehen kann.

Gesellschaftlich, sozial, politisch

Dazu kommen auch die unterschiedlichsten Genres etwa an Events, die die Institution ebenfalls beherbergt. Wisemans Opus beginnt mit einer öffentlichen Diskussion mit Richard Dawkins, dem Apostel der Religionskritik, und endet mit einem Klavierkonzert. Dazwischen spannt sich ein großes Feld gesellschaftlichen, sozialen und politischen Engagements auf. Man kann all diese Aktivitäten der New York Public Library durchaus als Antithese zur geistigen Verarmung, in die das Trump-Amerika schlittert, verstehen.

Wer ob der Dürre, in die die Seilschaften rund um den aktuellen Präsidenten die USA bringen, verzagt ist, wird den Wiseman-Dokumentarfilm als Antidot verstehen. Einmal mehr frönt der mittlerweile 88-jährige Film-Großmeister seiner Überzeugung, nur durch - lange wie ruhige -Beobachtung sein Objekt der Begierde zur Wirkung zu bringen. Dass dies eine Institution ist, die sich der Wissenschaft wie den sogenannten "einfachen" Menschen, Kindern wie Erwachsenen, Reichen wie Sozialhilfeempfängern verpflichtet weiß, erweist sich als Faszinosum -und als Hoffnungsschimmer in einer Welt, die in der extremen Verknappung der Sprache in den sozialen Medien am Abgrund eines grassierenden Analphabetismus zu stehen scheint. "Ex Libris" ist in diesem Sinn auch ein berührendes Plädoyer genau dagegen -und ein Optieren für Bildung in allen Facetten.

Er zählt zu den Dokumentarfilmern. Und verlangt von seinem Publikum Sitzfleisch. Das ist auch bei Frederick Wisemans Dokumentarfilm-Epos "Ex Libris. The New York Public Library" so: 197 Minten mutet er einem zu, um in die Welt und Philosophie einer der größten Bibliotheksinstitutionen der Welt einzutauchen. Der "Tag der Bibliotheken" am 24. Oktober markiert auch hierzulande den Kinostart des Mammut-Opus.

Und man kann einmal mehr feststellen: Wiseman gelingt es auch in diesem Film, sein Publikum so zu fesseln, dass die Zeit, die er benötigt, um seine Geschichte zu erzählen, wie im Flug verstreicht: Weit über drei Stunden können auf diese Weise kurzweilig und gar nicht langatmig sein.

Die Institution, die Wiseman filmisch beschreibt, hat solch ausuferndes Engagement auch verdient. Denn mit über 51 Millionen Medien und -neben dem Hauptsitz -92 Zweigstellen in New York City, ist sie eine der größten Bibliotheken weltweit. Digitalisierung wie vorgeblicher Abschwung von Printmedien legitimiert diese filmische Herangehensweise an die unter anderem durch den Großindustriellen und Philanthropen Andrew Carnegie begründete Bildungsstätte.

Naturgemäß bildet eben die Digitalisierung eine der aktuellen Herausforderungen auch für die New York Public Library, die sich nach wie vor dem Zugang zu Information und Bildung für jedermann verschrieben hat. Der Dokumentarfilm stellt die verschiedenen Zugänge dazu ebenso dar wie die Diskussionen an der Spitze des Hauses, welche Philosophie für eine Bibliothek heute vonnöten ist, damit sie ihrem Auftrag nachkommt und auch in den rasanten medialen Entwicklungen bestehen kann.

Gesellschaftlich, sozial, politisch

Dazu kommen auch die unterschiedlichsten Genres etwa an Events, die die Institution ebenfalls beherbergt. Wisemans Opus beginnt mit einer öffentlichen Diskussion mit Richard Dawkins, dem Apostel der Religionskritik, und endet mit einem Klavierkonzert. Dazwischen spannt sich ein großes Feld gesellschaftlichen, sozialen und politischen Engagements auf. Man kann all diese Aktivitäten der New York Public Library durchaus als Antithese zur geistigen Verarmung, in die das Trump-Amerika schlittert, verstehen.

Wer ob der Dürre, in die die Seilschaften rund um den aktuellen Präsidenten die USA bringen, verzagt ist, wird den Wiseman-Dokumentarfilm als Antidot verstehen. Einmal mehr frönt der mittlerweile 88-jährige Film-Großmeister seiner Überzeugung, nur durch - lange wie ruhige -Beobachtung sein Objekt der Begierde zur Wirkung zu bringen. Dass dies eine Institution ist, die sich der Wissenschaft wie den sogenannten "einfachen" Menschen, Kindern wie Erwachsenen, Reichen wie Sozialhilfeempfängern verpflichtet weiß, erweist sich als Faszinosum -und als Hoffnungsschimmer in einer Welt, die in der extremen Verknappung der Sprache in den sozialen Medien am Abgrund eines grassierenden Analphabetismus zu stehen scheint. "Ex Libris" ist in diesem Sinn auch ein berührendes Plädoyer genau dagegen -und ein Optieren für Bildung in allen Facetten.