Ziemlich beste Freunde - Schwein "Emma" und Hahn "Greasy" im kalifornischen Öko-Traum. - © Foto: Thimfilm
Film

Arkadische Ambitionen

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Eine denkbar persönliche Note erhält das Thema Biodiversität in John Chesters Doku "Unsere große kleine Farm". Vor gut einem Jahrzehnt sagten der Kameramann und Regisseur sowie seine Frau Molly, eine Privatköchin und Foodbloggerin, der Stadt Adieu und kauften sich im kalifornischen Ventura Valley einen Bauernhof. Die Idee der Quereinsteiger war, 10.000 Obstbäume zu setzen, etliche Nutztiere zu halten und das alles im Einklang mit der Natur zu bewirtschaften.

Das Auf und Ab ihres Vorhabens hält Chester von Beginn, vom toten Boden in der verdorrten Landschaft an fest: den belustigten Ekel über den "Würmerkacke-Tee", der Nährstoffe einbringt, die Sorge um die kranke Zuchtsau. Oder das Hadern mit dem Gedanken, einen Hühner reißenden Kojoten umzubringen, weil das dem Vorhaben widerspricht. Aus dem "Off" liefert der Erzählbedürftige seine Überlegungen zu einem Ökosystem im Aufbau und über die Ratschläge, die sie dabei leiteten.

Was er durch den langen Zeitraum gut zeigen kann, ist die Wechselbeziehung zwischen Schädlingen und Nützlingen, Jägern und Beutetieren -und auf dramatische Weise den Unterschied zu konventioneller Mono-Bewirtschaftung. Auch von den heimischen Feldern sind diese Gedanken, etwa über die Vermeidung von Bodenerosion oder Ernteausfällen, nie weit entfernt. Nur entscheidet sich Chester überdies, aus dem vollen cineastischen Arsenal zu schöpfen. Der Film hat nicht umsonst zahlreiche Publikumspreise auf Festivals gewonnen. Rauf und runter spielt er die Klaviatur des Rührenden und Rührseligen, angefangen beim Versprechen, das die Bauern in spe ihrem Hund geben. Sogar bei der Hollywood-Action pickt er sich dafür dramaturgisch einen kleinen Kniff heraus. Erhaben über all dem ist jedoch die Kameraarbeit. Mit ihren Makroaufnahmen und Lichtstimmungen beschwört sie die Möglichkeit eines arkadischen Fleckens Erde herauf - menschliches Umdenken vorausgesetzt.


Eine denkbar persönliche Note erhält das Thema Biodiversität in John Chesters Doku "Unsere große kleine Farm". Vor gut einem Jahrzehnt sagten der Kameramann und Regisseur sowie seine Frau Molly, eine Privatköchin und Foodbloggerin, der Stadt Adieu und kauften sich im kalifornischen Ventura Valley einen Bauernhof. Die Idee der Quereinsteiger war, 10.000 Obstbäume zu setzen, etliche Nutztiere zu halten und das alles im Einklang mit der Natur zu bewirtschaften.

Das Auf und Ab ihres Vorhabens hält Chester von Beginn, vom toten Boden in der verdorrten Landschaft an fest: den belustigten Ekel über den "Würmerkacke-Tee", der Nährstoffe einbringt, die Sorge um die kranke Zuchtsau. Oder das Hadern mit dem Gedanken, einen Hühner reißenden Kojoten umzubringen, weil das dem Vorhaben widerspricht. Aus dem "Off" liefert der Erzählbedürftige seine Überlegungen zu einem Ökosystem im Aufbau und über die Ratschläge, die sie dabei leiteten.

Was er durch den langen Zeitraum gut zeigen kann, ist die Wechselbeziehung zwischen Schädlingen und Nützlingen, Jägern und Beutetieren -und auf dramatische Weise den Unterschied zu konventioneller Mono-Bewirtschaftung. Auch von den heimischen Feldern sind diese Gedanken, etwa über die Vermeidung von Bodenerosion oder Ernteausfällen, nie weit entfernt. Nur entscheidet sich Chester überdies, aus dem vollen cineastischen Arsenal zu schöpfen. Der Film hat nicht umsonst zahlreiche Publikumspreise auf Festivals gewonnen. Rauf und runter spielt er die Klaviatur des Rührenden und Rührseligen, angefangen beim Versprechen, das die Bauern in spe ihrem Hund geben. Sogar bei der Hollywood-Action pickt er sich dafür dramaturgisch einen kleinen Kniff heraus. Erhaben über all dem ist jedoch die Kameraarbeit. Mit ihren Makroaufnahmen und Lichtstimmungen beschwört sie die Möglichkeit eines arkadischen Fleckens Erde herauf - menschliches Umdenken vorausgesetzt.


Unsere kleine große Farm
Film

Unsere kleine große Farm (The Biggest Little Farm)

USA 2018.

Regie: John Chester.

Thimfilm. 91 Min.