M. C. Escher - M. C. Escher bei der Gestaltung eines seiner Bilder. - © Polyfilm
Film

AutoBiografisch

1945 1960 1980 2000 2020

„M.C. Escher – Reise in die Unendlichkeit“ bringt den niederländischen Grafiker neu ins Gedächtnis.

1945 1960 1980 2000 2020

„M.C. Escher – Reise in die Unendlichkeit“ bringt den niederländischen Grafiker neu ins Gedächtnis.

Das Werk des Grafikers M. C. Escher (1898–1972) ist den meisten bekannt, und seien es nur seine unmöglichen Architekturen. Seine Wirkung ist auch an Orte vorgedrungen, an denen es andere weit schwieriger hätten. So hängt etwa über den Köpfen der Wartenden im Amsterdamer Flughafen Schiphol eine Reproduktion seiner Arbeit „Metamorphosis“ – als kleines, gastliches Element dekorativer Zerstreuung. So gut es sich auf diesem Airport einfügt, so schwer tat sich die Kunstgeschichte, das solitäre Werk des Niederländers anzunehmen – bzw. er sich selbst als Künstler zu sehen. Eher noch als Mathematiker, wenn es nach einer Anekdote aus „M.C. Escher – Reise in die Unendlichkeit“ geht.

Statt sich in der Einordnung durch andere zu ergehen, orientiert sich der Dokumentarfilm an einem Satz aus seiner überlieferten Korrespondenz: „Ich fürchte, es gibt nur eine Person, die einen guten Film über meine Drucke machen kann: ich selbst.“ Regisseur Robin Lutz interpretiert diese Vorgabe, indem er im Ansatz eine Autobiografie erstellt. Eschers Worte sind das Material für den Ich-Erzähler, dessen Beschreibungen sich unmittelbar in den Fotos und Arbeiten der jeweiligen Phase spiegeln. Unterbrochen werden sie nur durch Interviews mit seinen Kindern – und mit Graham Nash, Escher-Fan und Mitglied der Musikgruppe Crosby, Stills, Nash & Young.

Den Film amüsiert das Unverständnis, mit dem der Meis­ter auf die öffentliche Begeisterung für seine Arbeiten, besonders in der Hippie-Generation, reagierte. Zugleich ist es ihm wichtig, die Faszination bis heute weiterzuführen, wenn er Christopher Nolans Thrillerepos „Inception“ und dessen Szene mit der Penrose-Treppe vor Augen führt – jenes unmögliche Stiegenhaus, das Escher u. a. in den Werken „Wasserfall“ und „Treppauf Treppab“ verarbeitete. Aus dem Off ist dabei immer wieder von einer Art Scheitern die Rede, einem Ideal, nach dem mit grafischen Mitteln gestrebt, das aber nicht erreicht werden könne. Zu diesem gesellen sich die persönlichen Schicksalsschläge, die Zeitzeugenschaft von Faschismus und Antisemitismus. Erschöpfend lässt sich dadurch das Individuum erfassen.

Ab einer bestimmten Länge dreht sich jedoch das Konzept der Innenperspektive im Kreis, ohne mögliche Bezüge voll entwickeln zu können. Die Freundschaft mit dem Mathematiker Donald Coxeter etwa, oder die Liebe zur Musik von Johann Sebastian Bach. Es gäbe mehr: „M.C. Escher – Reise in die Unendlichkeit“ ist dafür aber der falsche Platz. Er hinterlässt einen vielmehr mit dem deprimierenden Gefühl, es sei schon alles gesagt.

Das Werk des Grafikers M. C. Escher (1898–1972) ist den meisten bekannt, und seien es nur seine unmöglichen Architekturen. Seine Wirkung ist auch an Orte vorgedrungen, an denen es andere weit schwieriger hätten. So hängt etwa über den Köpfen der Wartenden im Amsterdamer Flughafen Schiphol eine Reproduktion seiner Arbeit „Metamorphosis“ – als kleines, gastliches Element dekorativer Zerstreuung. So gut es sich auf diesem Airport einfügt, so schwer tat sich die Kunstgeschichte, das solitäre Werk des Niederländers anzunehmen – bzw. er sich selbst als Künstler zu sehen. Eher noch als Mathematiker, wenn es nach einer Anekdote aus „M.C. Escher – Reise in die Unendlichkeit“ geht.

Statt sich in der Einordnung durch andere zu ergehen, orientiert sich der Dokumentarfilm an einem Satz aus seiner überlieferten Korrespondenz: „Ich fürchte, es gibt nur eine Person, die einen guten Film über meine Drucke machen kann: ich selbst.“ Regisseur Robin Lutz interpretiert diese Vorgabe, indem er im Ansatz eine Autobiografie erstellt. Eschers Worte sind das Material für den Ich-Erzähler, dessen Beschreibungen sich unmittelbar in den Fotos und Arbeiten der jeweiligen Phase spiegeln. Unterbrochen werden sie nur durch Interviews mit seinen Kindern – und mit Graham Nash, Escher-Fan und Mitglied der Musikgruppe Crosby, Stills, Nash & Young.

Den Film amüsiert das Unverständnis, mit dem der Meis­ter auf die öffentliche Begeisterung für seine Arbeiten, besonders in der Hippie-Generation, reagierte. Zugleich ist es ihm wichtig, die Faszination bis heute weiterzuführen, wenn er Christopher Nolans Thrillerepos „Inception“ und dessen Szene mit der Penrose-Treppe vor Augen führt – jenes unmögliche Stiegenhaus, das Escher u. a. in den Werken „Wasserfall“ und „Treppauf Treppab“ verarbeitete. Aus dem Off ist dabei immer wieder von einer Art Scheitern die Rede, einem Ideal, nach dem mit grafischen Mitteln gestrebt, das aber nicht erreicht werden könne. Zu diesem gesellen sich die persönlichen Schicksalsschläge, die Zeitzeugenschaft von Faschismus und Antisemitismus. Erschöpfend lässt sich dadurch das Individuum erfassen.

Ab einer bestimmten Länge dreht sich jedoch das Konzept der Innenperspektive im Kreis, ohne mögliche Bezüge voll entwickeln zu können. Die Freundschaft mit dem Mathematiker Donald Coxeter etwa, oder die Liebe zur Musik von Johann Sebastian Bach. Es gäbe mehr: „M.C. Escher – Reise in die Unendlichkeit“ ist dafür aber der falsche Platz. Er hinterlässt einen vielmehr mit dem deprimierenden Gefühl, es sei schon alles gesagt.

M.C. Escher – Reise in die Unendlichkeit (Escher – Het oneindige zoeken) - <br />
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Film

M.C. Escher – Reise in die Unendlichkeit (Escher – Het oneindige zoeken)

NL 2018. Regie: Robin Lutz. Polyfilm. 80 Min.