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„Caveman“: Hinter visuellen Tricks versteckt

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In der Beziehungskomödie gehen die Charaktere unter krampfenden Pointen verschütt.

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In der Beziehungskomödie gehen die Charaktere unter krampfenden Pointen verschütt.

Humor ist nicht nur eine Frage der Situation, sondern auch der Sympathie. Sie bestimmt auch, ob man in der Beziehungskomödie „Caveman“ über die Mammutwitze lachen kann, die der Autoverkäufer Bobby (Moritz Bleibtreu) reißt. Sein erster Auftritt als Stand-up-Comedian könnte der letzte sein: Seine Frau Claudia (Laura Tonke) hat ihn gerade hinter der Bühne verlassen, und als er das dem versammelten Publikum erzählt, hält ihn die eine Hälfte für einen Idioten, während die andere ihn hasst. Das hält ihn aber auch nicht davon ab, zu rekapitulieren, wie es dazu kam – und weil er kürzlich beim Fernschauen seinen inneren Höhlenmenschen kennengelernt hat, erklärt er nebenbei, was seine und Claudias Probleme mit den Jägern und Sammlern zu tun haben.

Seit mehr als 30 Jahren tourt die Vorlage, ein Ein-Personen-Theaterstück des US-Komikers Rob Becker, durch die Welt. Die Regisseurin der deutschen Erstinszenierung, Esther Schweins, hat sogar eine Gastrolle in dieser Kinofassung, die eine Aufgabe hat: ausfleischen. Was bisher der Vorstellungskraft überlassen war, seien es andere Figuren oder abstruse Gedankengespinste, muss eine reale Form verpasst bekommen. Das ist auch das größte Problem von „Caveman“: Die Charaktere, die sich hier offenbaren wollen, – und die meisten Sympathien für sie – gehen verschütt unter visuellen Tricks, krampfenden Pointen und prominenten Ablenkungen.

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