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„Das Land meines Vaters“: Bewegendes Bauernschicksal

1945 1960 1980 2000 2020

In Édouard Bergeons Spielfilmdebüt überzeugt Guillaume Canet in der Rolle des Bauern Pierre, der um seinen Beruf kämpft.

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In Édouard Bergeons Spielfilmdebüt überzeugt Guillaume Canet in der Rolle des Bauern Pierre, der um seinen Beruf kämpft.

Schon 2012 beschäftigte sich Édouard Bergeon in seinem Dokumentarfilm „Le fils de la terre“, angeregt vom Schicksal seines Vaters, mit der Situation der Bauern in Frankreich. In jeder Szene spürt man nun auch in seinem Spielfilmdebüt „Das Land meines Vaters“ nicht nur, dass er genau weiß, wovon er erzählt, sondern auch die Liebe zu dieser Bauernfamilie, die für seine eigene Familie steht. Denn so wie der Sohn der Filmfamilie Agrarwissenschaften studieren will, wollte auch Bergeon zunächst diesen Weg einschlagen.

Im Zentrum steht der Vater Pierre (Guillaume Canet), der Ende der 1970er Jahre voll Hoffnung den elterlichen Hof übernimmt. In farbenprächtigen und lichtdurchfluteten Bildern feiert die Kamera von Éric Dumont die Schönheit der Gegend, doch rund 15 Jahre später wird der wirtschaftliche Druck immer größer: Die Preise für landwirtschaftliche Produkte verfallen, die EU-Normen sind kaum einzuhalten, Förderungen verlocken zu Modernisierungen, die sich aber oft als Sackgasse erweisen. Einzig in der Vergrößerung des Betriebs durch eine vollautomatische Hühnerzucht sieht Pierre eine Überlebenschance. Doch damit steigen nicht nur die Kredite, sondern auch die Arbeitsbelastung. Bedingungslos halten die Ehefrau und die beiden Kinder zu Pierre, doch unter dem Druck zerbricht der Bauer sukzessive.

Ruhig erzählt Bergeon diese Familiengeschichte und entwickelt durch den genauen wie kenntnisreichen Blick große emotionale Kraft. So eng der 39-jährige Regisseur die Handlung mit der Fokussierung auf Hof und Familie führt, so sehr kann er doch gerade dadurch anhand eines Einzelschicksals so bewegend von der schwierigen Situation der Bauern im Allgemeinen erzählen, dass man nach diesem Film zumindest für einige Zeit mit anderen Augen auf diesen Berufsstand blicken wird.

Der Autor ist freier Filmjournalist.

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