das schaurige haus
Film

"Das schaurige Haus": Familientauglicher Horror in Südkärnten

1945 1960 1980 2000 2020

Otto Friedrich über einen Horrorfilm mit viel augenzwinkerndem Lokalkolorit.

1945 1960 1980 2000 2020

Otto Friedrich über einen Horrorfilm mit viel augenzwinkerndem Lokalkolorit.

Das Genre Horrorfilm ist natürlich nicht kindgerecht. Aber Daniel Geronimo Prochaska macht es in seinem ersten Langspielfilm „Das schaurige Haus“ vor, wie er den Gruselfilm für die ganze Familie aufbereiten kann. Bislang ist Prochaska vor allem als Cutter vieler österreichischer Produktionen bekannt, darunter die Alpen-­Horror­-Movies „Blutgletscher“, „Angriff der Lederhosen­-Zombies“ und „Die letzte Party deines Lebens“. Sein Kino-­Regie-­Einstand „Das schaurige Haus“ kann sich ganz und gar sehen lassen – witziger Plot, Grusel und Suspense in verträglichen Dosen, aber doch, und Langeweile kann in dieser doch bösen Geschichte gar nicht aufkommen. Die alleinerziehende Sabine (Julia Koschitz) zieht mit ihren Kindern Hendrik, 16, und dem viel jüngeren Eddi aus Hannover ins kärntnerisch­slowenische Eisenkappel – nicht zuletzt um den Unfalltod des Vaters zu verarbeiten.

Sabine nimmt einen Job in der nahen Tropfsteinhöhle an und zieht mit den Ihren in ein Haus, von dem die Einheimischen, die den „Schei­-Pies“(Scheiß-­Piefkes) jede Menge Misstrauen entgegenbringen, behaupten, es spuke darin. Jedenfalls wurde dort anno 1908 eine ganze Familie per Pilzvergiftung ausgerottet. Die ermordeten slowenischsprachigen Kinder scheinen sich nun der Körper von Eddi und Hendrik zu bedienen, um den schon aufgeklärten Kriminalfall von vor 30 Jahren neu ins Bewusstsein zu bringen. Viel augenzwinkerndes Lokalkolorit hat Prochaska in diese Geschichte verpackt – und natürlich auch eine Romanze, denn von alters her gehört die zur Erlösung im Geister-­Genre dazu. Ein gut geführtes Ensemble (darunter auch Inge Maux) trägt wesentlich zur authentischen Umsetzung des Plots bei, herausragend die Performance des 18-­jährigen Léon Orlandianyi in der Rolle des Hendrik: Kann gut sein, dass der eben maturiert Habende bald mit mehr Filmschauspiel auf sich aufmerksam machen wird.