Das Zimmer Der Wunder.

"Das Zimmer der Wunder": Filmdrama von Lisa Azuelos

19451960198020002020

Die französische Mimin Alexandra Lamy möchte als Thelma ihrem todkranken Kind, gespielt von Hugo Questel, noch viele Wünsche erfüllen.

19451960198020002020

Die französische Mimin Alexandra Lamy möchte als Thelma ihrem todkranken Kind, gespielt von Hugo Questel, noch viele Wünsche erfüllen.

Werbung
Werbung
Werbung

Was Popkultur-Zitate betrifft, so liebäugelt die sonst fest in der Gegenwart verankerte französische Romanverfilmung „Das Zimmer der Wunder“ heftig mit dem Kino der 1990er-Jahre. Das darin aufgestellte Motto lautete: „Das Leben ist wie ein EEG: Wenn’s kein Auf und Ab gibt, ist man tot“. Das Gespann im Mittelpunkt der Geschichte heißt Thelma und Louis, und auch hier entwickelt sich eine Art Roadmovie: Weil ihr sonst nichts mehr Hoffnung gibt, beschließt die Mutter eines jungen Koma-Patienten, die Punkte einer Bucket List abzuhaken, die ihr Sohn in seinem Skizzenheft notiert hat. Manches davon ist leicht zu erledigen, manches schier unmöglich, und die meiste Überwindung dürfte Thelma ein spezieller Punkt kosten: Louis wollte seinen leiblichen Vater finden.

Japan, Portugal, die Shetlands: Die Produktion wirft einiges in die Waagschale, macht die Welt, ob nah oder fern, zu jener Wunderkammer, als die sich der Originaltitel des Buchs lesen ließe. Dem visuellen und musikalischen Niveau steht das emotionale eines besseren Fernsehfilms gegenüber: das Melodramatisch-Manipulative der Skateboard-Rollen, die sich nach dem Unfall noch drehen. Nicht eine, sondern viele benommene Zeitlupen. Oder – als besonderer Leckerbissen – ein Paketklebeband mit dem Aufdruck „Fragile“, falls jemand Thelmas inneren Zustand noch nicht mitbekommen haben sollte. Die Momente, in denen der Film andeutet, dass es anders, nämlich tiefsinniger, ginge, sind hier selten, und wenn, dann sind sie gut eingepackt in eine Reise der Erkenntnis, die es ernst meint – oft aber knapp davor steht, ins Absurde zu kippen.

FURCHE-Navigator Vorschau
Werbung
Werbung
Werbung