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„Der Waldmacher“: Von der Kraft der Bäume

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„Der Waldmacher“: In seinem ersten Dokumentarfilm porträtiert Autorenfilm-Legende Volker Schlöndorff den Alternativen Nobelpreisträger Tony Rinaudo und seinen Weg, die toten Wälder Afrikas neu zu beleben.

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„Der Waldmacher“: In seinem ersten Dokumentarfilm porträtiert Autorenfilm-Legende Volker Schlöndorff den Alternativen Nobelpreisträger Tony Rinaudo und seinen Weg, die toten Wälder Afrikas neu zu beleben.

Volker Schlöndorff, bekanntlich einer der Begründer des deutschen Autorenfilms, hat im zarten Alter von 82 Jahren seinen ersten Dokumentarfilm gedreht. Nun kommt „Der Waldmacher“, mit dem Schlöndorff die Arbeit des Australiers Tony Rinaudo, des alternativen Nobelpreisträgers 2018, würdigt, auch in die heimischen Kinos. Er habe Rinaudo bei einem Vortrag in Berlin nach der Verleihung des Alternativen Nobelpreises gehört, erzählte Schlöndorff bei der Österreich-Premiere von „Der Waldmeister“ in Wien. Weil er dessen Agrar-Forst-Methode bekannter machen wollte, habe er sich entschlossen, nun auch noch Dokumentarfilmer zu werden: Drei Jahre fuhr Schlöndorff – mit und ohne Tony Rinaudo – durch die Sahelzone, Äthiopien und auch nach Indien (letzteres Land kommt im Film aber nicht vor). Es sei ihm darum gegangen, zu zeigen, was gelungen ist, und wie die ökologischen Katastrophen, die durch Erosion und das Verschwinden der Wälder hervorgerufen wurden, wieder rückgängig gemacht werden konnten. Die Ausgangslage war trist: Denn durch Abholzen und Brandrodungen sowie durch landwirtschaftliche Methoden, die auf schnellen Ertrag aus waren, sind die Böden in weiten Teien Afrikas völlig kaputt – und Dürre wie Hungersnöte die Folge. Die Methode von Tony Rinaudo, der 1981 als Missionar und Agrarfachmann in den Niger kam, klingt simpel. „Farmer Managed Natural Regeneration“ (FMNR) nennt sich das Ganze, und es geht darum, die Bäume von ihren Wurzeln her, also unterirdisch zur Regeneration zu befähigen. Trotz vieler Widerstände gelang es Rinaudo, zunächst im Niger 12.000 Bauern in sein Programm zu bringen. Langsam begannen die Bäume wieder lebensfähig zu werden. 2006 konnte Rinaudo in Äthiopien den Berg Humbo, der völlig erodiert war, mit seiner Methode wieder aufforsten – auch das eine schier unmögliche Leistung.

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