Dont Worry Darling - Still - © Warner

„Don‘t Worry Darling“: Ein Spinnennetz der Lüge

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„Don‘t Worry Darling“: Olivia Wildes dystopische Heile-Welt-Parabel aus den 1950ern beschäftigte vorab den Boulevard. Trotz aller Klatschpropaganda erweist sich der Mystery-Thriller als reife Leistung.

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„Don‘t Worry Darling“: Olivia Wildes dystopische Heile-Welt-Parabel aus den 1950ern beschäftigte vorab den Boulevard. Trotz aller Klatschpropaganda erweist sich der Mystery-Thriller als reife Leistung.

Vor drei Jahren überraschte Schauspielerin Olivia Wilde mit ihrem Spielfilmdebüt „Booksmart“, das als anarchisch-spaßiger Highschool-Film für Jung und Alt Furore machte. Wildes nächstes großes Projekt, „Don‘t Worry Darling“, das nun in die Kinos kommt, machte nicht durch künstlerische Erwartungen, sondern durch Tratsch und Klatsch Furore: Zuerst sprang der geplante Hauptdarsteller Shia LaBeouf ab – wilde Spekulationen waren die Folge. Dann wurde die Liaison von Wilde mit dem neuen Hauptdarsteller Harry Styles am Set ruchbar, bei einer Promotionsveranstaltung für den Film ließ ihr Noch-Ehemann die Scheidungspapiere überreichen. Dann wurde ein großer Krach mit Hauptdarstellerin Florence Pugh herbeigeschrieben – bei den Filmfestspielen in Venedig vor zehn Tagen fehlte diese bei der Vorstellung des Film, Harry Styles wurde dort hingegen umso mehr umjubelt. Dabei schließt „Don‘t Worry Darling“ in der Qualität (nicht im Genre!) nahtlos an „Booksmart“ an: Ein Mystery-Thriller ist dieser Film geworden, der es in sich hat, und der ein dystopisches Gesellschaftsmodell, das er in den 1950er Jahren ansiedelt, so zur Sprache bringt, dass einem angst und bang wird. Jedenfalls sind die Mechanismen, die der Plot aufgreift, längst nicht vergangen, sondern äußerst aktuell präsent.

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