The-Truffle-Hunters - © Sony/Filmcasino

Ein Beruf wie eine Lebensform – „Die Trüffeljäger“

1945 1960 1980 2000 2020

„Die Trüffeljäger“: Michael Dwecks und Gregory Kershaws grandiose Hommage an eine aussterbende (Pilz-)Welt.

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„Die Trüffeljäger“: Michael Dwecks und Gregory Kershaws grandiose Hommage an eine aussterbende (Pilz-)Welt.

Das Wiener Publikum konnte den grandiosen Dokumentarfilm „Die Trüffeljäger“ von Michael Dweck und Gregory Kershaw bereits als Abschlussbeitrag der letztjährigen Viennale feiern. Nicht nur, weil dies für lange Monate der letzte neue Film im Kino sein sollte, sondern als augenzwinkernde Hommage an ein aussterbendes Business und seine schrulligen Protagonisten hält dieses Leinwandopus her, sondern auch als Hommage an eine Welt, die ganz offensichtlich im Verschwinden ist.

Die Trüffel ist bekanntlich ein Pilz, dessen „Gewinnung“ äußerst aufwendig ist. Und von daher gehört die Delikatesse zu den teuersten Lebensmitteln. Das heißt aber längst nicht, dass seine Beschaffer sich daran eine goldenen Nase verdienen können. Zumindest stehen Aufwand und Verdienst nicht in einem guten Verhältnis zueinander, sodass man schon sehr eigen sein muss – in einem Spannungsfeld zwischen Tradition und Exzentrik –, um diesem Beruf zu frönen.

Eine verschworene, alte Community

Die Macher von „Die Trüffeljäger“ porträtieren die kleine, verschworene, aber auch schon sehr alte Community an Trüffeljägern im norditalienischen Piemont. Drei Jahre haben Kershaw und Dweck in den Dörfern jener Wälder verbracht, wo die weiße Trüffel zu finden ist. Und sie gehen mit den kauzigen Alten auf die „Jagd“ nach den kulinarischen Preziosen.

Der 84-jährige Aurelio ist kinderlos, lässt aber trotzdem seine Kenntnisse über Fundorte und Fundwesen der Pilze nicht aus – auch wenn die nachfolgende Trüffeljägergeneration von ihm gern in die Geheimnisse der Pilze eingeweiht werden würde. Nur Hündin Birba darf alles mit ihm teilen. Oder der 88-jährige Carlo, dessen Frau will, dass er mit den Trüffeln aufhört. Aber sie hat keine Chance.

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