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Film

Känguru-Chroniken: Das kommunistische Beuteltier als Film

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Marc-Uwe Kling, Autor, Liedermacher und Kabarettist, machte vor gut zehn Jahren mit seinen „Känguru-Chroniken“ Furore – das zunächst als Podcast gestartete Projekt erwies sich in den Aufstiegsjahren der neuesten Mediengeneration als erfolgreiche Marke: Bereits das vierte Känguru-( Hör-)Buch zeigt, wie Crossmedialität funktioniert. Da durfte dann die Visualisierung des Ganzen nicht fehlen, sprich: Nun kommen die „Känguru- Chroniken“ auch als Film.

Comedy-Spezialist Dani Levy („Alles auf Zucker“) führt hinter der Kamera Regie, „Känguru-Chroniken“-Schöpfer Marc-Uwe Kling ist bei der Leinwandversion nicht nur Drehbuchautor, sondern auch die Figur des Protagonisten und des Erzählers der ganzen Geschichte sowie die Stimme des kommunistischen Kängurus. Letzteres zieht beim heruntergekommenen Berliner Kleinkünstler Marc-Uwe, genial dargestellt von Dimitrij Schaad, ein; genauer gesagt: drängt sich ihm als Wohnungsgenosse auf.

Das perfekte animierte Beuteltier kämpft mit dem mehr linkischen als linken Weltverbesserer gegen das Megabau-Projekt des AfD-nahen Unternehmers Jörg Dwigs (kongenial: Henry Hübchen). Ein Tableau des Rechtspopulismus versammelt der rassistische Bauherr – man erkennt, neben anderen, Wiedergänger von Donald Trump, Marine Le Pen oder Geert Wilders. Klassenkampf wider den rechten Zeitgeist liefert dieser Film, dank der anarchischen Dialoge zwischen dem Känguru und Marc-Uwe wird das auch einigermaßen, wenn auch nicht ganz gelungen witzig. Aber stimmig gespielt und ein Spaß für die Community, die sich ihr Mütchen wider den unsäglichen Zeitgeist kühlen will, ist der Film auf jeden Fall. Ob damit der Witz der (Hör-)Buchvorlage wirklich erreicht wird, ist eine andere, subjektiv zu beantwortende Frage.