Mamma_Ante_Portas. - © Lunafilm

„Mamma ante Portas“: Entbehrlicher Aufguss

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Diese Art Aufguss hätte man uns ersparen können.

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Diese Art Aufguss hätte man uns ersparen können.

Was passiert, wenn eine Frau um die 40 Job und Wohnung verliert, wieder bei ihrer Mutter einzieht, deren Liebesleben durcheinanderbringt und trotzdem von den Geschwistern eifersüchtig als Lieblingskind beäugt wird, wurde in „Willkommen im Hotel Mama“ vor einigen Jahren vom Franzosen Éric Lavaine durchgespielt. Für die Fortsetzung „Mamma ante Portas“ dreht er den Spieß um: Weil sich die Wohnungsrenovierung verzögert, sucht nun Mutter Jacqueline selbst Unterschlupf bei Carole, ihrer anderen Tochter. „Vorübergehend – das sagen sie zuerst immer“, wird geunkt. Bald jedoch lässt sich weder ein Ende ihres Aufenthalts noch ihrer Einmischungen in Caroles (Ehe-)Leben absehen.

Die Gemeinsamkeit mit Loriot beginnt und endet mit dem deutschen Titel. Humoristisch wandelt Regisseur Lavaine auf völlig ausgetretenen Pfaden. Sogar die Fernbedienung darf wieder einmal überfordern und Grund für einen peinlichen Anruf sein, bei dem Mama das Altersklischee unterstreicht. Genauso mangelt es an Charakteren, die diese abgedroschenen Pointen wie auch ihre gutbürgerlichen Wohlstandsprobleme mit der nötigen Sympathie quittieren ließen. Diese Art Aufguss hätte man uns jedenfalls ersparen können.

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