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„Meine Schwester, ihre Hochzeit und ich“: Sympathischer Neurotiker

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Laurent Tirard ist in dieser Komödie in seinem Element

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Laurent Tirard ist in dieser Komödie in seinem Element

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Adrien (Benjamin Lavernhe) hat mit sich und dem Leben zu kämpfen, seit sich seine Freundin in eine Beziehungspause verabschiedet hat. Gleichzeitig soll er aber eine Rede für die Hochzeit seiner Schwester vorbereiten, und zudem gibt es ein langweiliges Familienessen. Vom Vorspann an, der vom Protagonisten in einem festlichen Saal dem Kinopublikum vorgelesen wird, sprüht Laurent Tirards Komödie vor Einfallsreichtum. Mehrfach lässt der Franzose so beispielsweise Adrien, der mit seinem Voice-over den Film zusammenhält, die imaginäre vierte Wand durchbrechen und direkt in die Kamera sprechen.

Man spürt das Vergnügen Benjamin Lavernhes an dieser Rolle, doch so fies dieser Adrien manchmal agiert, so bleibt er im Grunde doch immer sympathisch. Nicht zuletzt durch diese spürbare Empathie für ihn und seine Familienmitglieder, die alle ihre Fehler haben, entwickelt „Meine Schwester, ihre Hochzeit und ich“ großen Charme. Doch nicht nur Amüsement bietet diese Komödie, sondern erzählt auch einiges über familiäre Beziehungen und die Abhängigkeit vom Smartphone, wenn das Warten auf eine SMS die ganze Aufmerksamkeit Adriens bindet. Ein Neurotiker in der Nachfolge der Figuren Woody Allens ist dieser Enddreißiger, bis Tirard im Finale mit der Hochzeitsrede dann noch einen Haken schlägt und der Film mit einem Schuss Rührung in einer Hommage an die Liebe und – trotz allem – an die Familie endet.

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