Stagemother

"Stage Mother": Andere Songs, dieselben Diven

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Thomas Taborsky über "Stage Mother" von Regisseur Thom Fitzgerald.

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Thomas Taborsky über "Stage Mother" von Regisseur Thom Fitzgerald.

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Durch z. B. überambitionierte Eltern bei Schönheitswettbewerben für Kleinkinder hat der Titel­begriff zwar einen schlechten Beigeschmack, die LGBTIQ-­Komödie „Stage Mother“ betont an ihm jedoch das Mütterliche.

Die Beziehung zum eigenen Sohn kann die gläubige texanische Hausfrau Maybelline (Jacki Weaver) nicht mehr kitten. Als sie nach dessen Tod nach San Francisco fliegt, lernt sie nicht nur mehr über sein Dasein als Drag Queen, sondern auch, dass er einen Club hinterlassen hat. Kurzerhand beschließt sie, das Vermächtnis ihres Sohnes vor dem Aus zu bewahren.

Das sei gar nicht viel anders, als den Kirchenchor zu leiten: Andere Songs, dieselben Diven. Manchmal sogar dieselben Perücken. Das Herz ist in Thom Fitzgeralds Film am rechten Fleck, auch das Talent. Obwohl teilweise hölzern inszeniert und überfordert, mit poliertem Kino für die breite Masse mitzuhalten, spricht er klug über die psychologischen Kos­ten, die das weltanschaulich gespaltene Amerika anhäuft – und über die Macht der Empathie.

Der Autor ist Filmkritiker.

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