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„Sterben“: Die größte Zumutung

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Mit „Sterben“ gelingt dem deutschen Regisseur Matthias Glasner ein dreistündiges Traktat über den Tod und das Leben – und ein famos gespielter, wichtiger Film.

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Mit „Sterben“ gelingt dem deutschen Regisseur Matthias Glasner ein dreistündiges Traktat über den Tod und das Leben – und ein famos gespielter, wichtiger Film.

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Natürlich geht es in Matthias Glasners „Sterben“ ums Sterben. Aber nicht nur. Es geht auch sehr viel ums Leben. Ein ergreifendes, dreistündiges Traktat, das in Kapiteln eingeteilt ist und jeweils die Perspektive wechselt. Eine Anordnung von Szenen, die dem Sterben nahe kommen wollen, die es persiflieren, mit dem Leben spielen, die Zuschauer spalten. Will und kann man sich das „Sterben“ zumuten? Oder muss man es sogar?

Der Film beginnt mit Lissy (Corinna Harfouch), die an Krebs leidet und inkontinent ist. Immer weniger ist sie in der Lage, für ihren an Demenz erkrankten und zunehmend verwirrten Gatten Gerd (Hans-Uwe Bauer) zu sorgen. Hilfe vom Amt kommt nur spärlich, die Nachbarin packt mit an. Sohn Tom (Lars Eidinger) hat eigentlich keine Zeit für das Leid der Eltern, weil er als gefragter Dirigent viel zu sehr mit sich und seiner Arbeit befasst ist; sein zurückgezogenes Wesen erlaubt ihm außerdem kaum, Empathie zu empfinden. Stattdessen quält er sich mit den Proben zur Uraufführung eines Orchesterstücks seines schwer depressiven Komponisten-Freundes (Robert Gwisdek) herum, das nicht und nicht den Ansprüchen seines Schöpfers genügen will. Passenderweise heißt dieses Stück „Sterben“, und es will die ultimative musikalische Formulierung des unabänderlichen Endes sein – ein Anspruch, an dem jeder Künstler scheitern muss.

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