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Film

Uninspiriert und hölzern

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Im Paris des Jahres 1880 ist Auguste Rodin (Vincent Lindon) so etwas wie ein Popstar der Künste. Es läuft gut für den Bildhauer, als er mit 40 Jahren seinen ersten Staatsauftrag erhält: Den Entwurf des Bronzeportals für das Musée des Arts Décoratifs. Zu jener Zeit lernt er auch die junge Camille Claudel (Izia Higelin) kennen, die ihm nicht nur künstlerisch Paroli bieten kann, sondern ihn auch amourös herausfordert. Die Beziehung, die Rodin mit Claudel eingeht, ist von vielen Höhen und Tiefen geprägt; einerseits hat Rodin eine Lebensgefährtin und zahlreiche andere Affären, andererseits ist er außerdem nicht imstande, Camille Claudels künstlerisches Talent anzuerkennen. Claudel, die die Assistentin Rodins werden will und viel Zeit mit ihm verbringt, läuft Gefahr, im Strudel der Emotionen aufgerieben zu werden.

Regisseur Jacques Doillon legt sein Bio-Pic überaus nüchtern und farblos an. Es gibt genügend Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit, wie man Künstler-Biografien heute mit eigenwilligen Ideen und dramaturgischer Finesse umsetzt, und dabei den Porträtierten neue Aspekte abgewinnen kann. "Camille Claudel" von Bruno Nuytten ist so ein Beispiel, aber auch die neue Van-Gogh-Biografie "At Eternity's Gate" von Julian Schnabel. Doillon hingegen zimmert "Auguste Rodin" als biederes, schulbuchhaftes episodisches Drama zusammen, in dem es viel Schwerfälligkeit gibt -Rodins Schaffensprozesse werden so steif und uninspiriert in Szene gesetzt, dass einen sehr schnell das große Gähnen überfällt. Auch Lindons recht hölzernes Spiel trägt nicht gerade dazu bei, den Film interessanter zu machen.

Auffällig ist dabei auch die große Distanz, die Jacques Doillon zu seinem Subjekt und dessen Kunst wahrt: Niemals wirklich hat man das Gefühl, dass das Herz dieses Mannes für seine Kunst schlägt. Doillon hat es außerdem verabsäumt, aus der Künstlerbeziehung Rodin-Claudel ein Panorama der Künstler-Avantgarde des späten 19. Jahrhunderts zu entwickeln; die Art und Weise, wie man damals miteinander lebte und umging, hätte Erhellendes auf so manche Kunstströmung werfen können.

Im Paris des Jahres 1880 ist Auguste Rodin (Vincent Lindon) so etwas wie ein Popstar der Künste. Es läuft gut für den Bildhauer, als er mit 40 Jahren seinen ersten Staatsauftrag erhält: Den Entwurf des Bronzeportals für das Musée des Arts Décoratifs. Zu jener Zeit lernt er auch die junge Camille Claudel (Izia Higelin) kennen, die ihm nicht nur künstlerisch Paroli bieten kann, sondern ihn auch amourös herausfordert. Die Beziehung, die Rodin mit Claudel eingeht, ist von vielen Höhen und Tiefen geprägt; einerseits hat Rodin eine Lebensgefährtin und zahlreiche andere Affären, andererseits ist er außerdem nicht imstande, Camille Claudels künstlerisches Talent anzuerkennen. Claudel, die die Assistentin Rodins werden will und viel Zeit mit ihm verbringt, läuft Gefahr, im Strudel der Emotionen aufgerieben zu werden.

Regisseur Jacques Doillon legt sein Bio-Pic überaus nüchtern und farblos an. Es gibt genügend Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit, wie man Künstler-Biografien heute mit eigenwilligen Ideen und dramaturgischer Finesse umsetzt, und dabei den Porträtierten neue Aspekte abgewinnen kann. "Camille Claudel" von Bruno Nuytten ist so ein Beispiel, aber auch die neue Van-Gogh-Biografie "At Eternity's Gate" von Julian Schnabel. Doillon hingegen zimmert "Auguste Rodin" als biederes, schulbuchhaftes episodisches Drama zusammen, in dem es viel Schwerfälligkeit gibt -Rodins Schaffensprozesse werden so steif und uninspiriert in Szene gesetzt, dass einen sehr schnell das große Gähnen überfällt. Auch Lindons recht hölzernes Spiel trägt nicht gerade dazu bei, den Film interessanter zu machen.

Auffällig ist dabei auch die große Distanz, die Jacques Doillon zu seinem Subjekt und dessen Kunst wahrt: Niemals wirklich hat man das Gefühl, dass das Herz dieses Mannes für seine Kunst schlägt. Doillon hat es außerdem verabsäumt, aus der Künstlerbeziehung Rodin-Claudel ein Panorama der Künstler-Avantgarde des späten 19. Jahrhunderts zu entwickeln; die Art und Weise, wie man damals miteinander lebte und umging, hätte Erhellendes auf so manche Kunstströmung werfen können.