Arbeitshilfe für Lehrer

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Empfehlenswerte Neuerscheinungen zu den Themen Information als Ware und Medienarbeit.

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Empfehlenswerte Neuerscheinungen zu den Themen Information als Ware und Medienarbeit.

Der neue Band "Information als Ware", herausgegeben vom Verein "Zeitung in der Schule" (ZiS) hat sich ein hohes Ziel gesteckt: eine Rückschau auf die 600-jährige Geschichte des österreichischen Zeitungswesen, angefangen von den ersten handgeschriebenen Zeitungen bis hin zur gegenwärtigen Situation. Doch im Vorwort wird relativiert: nur einen Überblick will das Buch geben, kein geschichtliches Detailwissen vermitteln. Und diesem Anspruch wird der Band dann auch gerecht. Denn so fällt etwa die Vorstellung der furche mit dem Satz "Ein wirtschaftliches Sorgenkind der Styria, aber ein gepflegtes und gehegtes, ist die katholische Wochenzeitung "die furche" doch etwas undifferenziert und dürftig aus, da anderen heimischen Printmedien weitaus mehr Platz gewidmet wird. Überraschend ist auch, dass die nach eigenen Angaben unabhängige "Neue Zeit" unter dem Kapitel "Parteizeitungen" geführt wird.

Mit dem überblicksartigen Wissen ist das Buch dennoch eine ausgezeichnete Arbeitshilfe für Lehrer, die sich aktiv um Medienarbeit in der Schule bemühen. Aber auch für am Zeitungswesen Interessierte ist der Band eine Bereicherung. Das Buch ist leicht verständlich geschrieben, anschaulich illustriert, gut strukturiert und vermittelt, wie sich Zeitungen in ihrem historischen Umfeld entwickelt und wie sie dieses ihrerseits mitgeprägt haben. Jedes Kapitel ist gegliedert in einen Informationsteil, Zitate zur Vertiefung und Arbeitsimpulse zur Reflexion. Eine Zusammenfassung bietet für den Schnelldurchgang die wichtigsten Informationen in Kürze.

Einen völlig anderen Zugang zum Thema Medien wählt das neue Buch der Journalistin und Frauenaktivistin Eva Rossmann. Sie versucht in ihrem "Kleinen Ratgeber: Go Media! Öffentlichkeitsarbeit und Kampagnenplanung" den richtigen Umgang mit Medien zu vermitteln. Der Band ist sicherlich für all jene gut geeignet und empfehlenswert, die keinerlei oder noch wenig Erfahrung auf diesem Gebiet haben, denn er beschränkt sich eher auf allgemeine Grundsätze. Dabei setzt Rossmann nicht auf fix und fertig anwendbare und erlernbare standardisierte Gebrauchsanweisungen, sondern vielmehr auf die Frage: "Wie bringe ich meine Botschaft an die Medien?" Denn, so die Autorin, Kommunikation ist die Kontaktaufnahme zwischen Menschen, daher könne es keine allgemein gültigen Rezepte geben. Aber es gibt Wege, die besser funktionieren.

Nicht vergessen wird aber auf Grundmuster, allgemeine Kommunikationstechniken und Tricks, wie Interessensgruppen die mediale Aufmerksamkeit auf sich ziehen können. "Sie wirken aber nur dann, wenn sie nicht aufgesetzt oder erlernt aussehen, sondern zu Ihnen passen, Teil Ihrer Persönlichkeit sind", warnt die Autorin.

Eva Rossmann gibt in diesem Buch ihre Erfahrungen als Journalistin weiter und zieht Beispiele aus ihrer eigenen Medienarbeit heran. Sie stellt die Medienlandschaft in Österreich vor, und zeigt, welche Themen sich in welchen Medien am besten unterbringen lassen. Das beginnt mit der Auswahl der richtigen Medien, der Formulierung der Kernbotschaft und endet bei der Entscheidung, welche Form medialer Aktivität man wählt, seien das Presseaussendungen, Straßenaktionen oder Kampagnen.

Information als Ware. Die Geschichte der österreichischen Zeitungen im Überblick. Von Karl Vogd. Zu beziehen bei: ZiS, Schreyvogelg. 3, 1010 Wien, Tel.: (01) 5336178-20, www.zis.at. Wien 2000187 Seiten, geb., öS 350,-/E 25,44 Go Media! Öffentlichkeitsarbeit und Kampagnenplanung. Über den richtigen Umgang mit Medien. Von Eva Rossmann. ÖGB Verlag, Wien 2000. 112 Seiten, brosch., öS 228,-/E 16,57

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