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Der Hippies biedere Kinder

1945 1960 1980 2000 2020
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Nach 30 Jahren hat Ralph Arlyck den Sohn eines Hippie-Pärchens aus San Francisco wieder besucht - und ein authentisches Bild einer Generation geschaffen.

In den 60er Jahren freundete sich Ralph Arlyck in San Francisco mit einer benachbarten Hippie-Familie an und drehte einen kontroversiellen Kurzfilm über deren vierjährigen Sohn Sean. Unbeschwert plauderte der bloßfüßige Bub übers Kiffen, Speed Freaks und den Kampf gegen die Polizei.

Dreißig Jahre später besucht Arlyck Sean noch einmal mit seiner Kamera, um herauszufinden, was aus ihm geworden ist. Im Gegensatz zu vielen apokalyptischen Prophezeiungen von damals hat sich Sean nicht zu einem Gras rauchenden Taugenichts, sondern zu einem verantwortungsbewussten Familienvater entwickelt.

Arlyck verwebt sein Kurzfilmmaterial mit aktuellen Interviews mit Sean und Porträts von Überlebenden des "Summer of Love". So wird die spannungsgeladene Beziehung zwischen Sean und seinem Vater sichtbar, der Generationskonflikt, der brodelt, wenn Kinder ihre Eltern an Reife übertreffen.

Arlyck schafft ein authentisches Bild einer Generation, die nie erwachsen werden wollt, und einer, die sich bewusst dafür entschieden hat. Seine Gesellschaftsstudie betrachtet auch den politischen und soziologischen Wandel und beleuchtet zudem regionale Differenzen in den usa. So stellt Arlyck der konservativen Ostküste, woher seine eigene jüdisch-intellektuelle Familie stammt, die progressive Westküste gegenüber, wo Seans kommunistische Großmutter in einem Whirlpool mit der Aufschrift "Nichts ist zu gut für die Arbeiterklasse" sitzt.

"Following Sean" wurde nicht nur wegen der Einbeziehung von Arlycks eigener Familie ein sehr persönlicher Film - sondern auch wegen der großen Intimität der Gespräche. So entsteht eine besondere Nähe zum Zuschauer, der in die Biografien der atypischen Amerikaner eintaucht, als kenne er sie selbst.

FOLLOWING SEAN

USA 2004. Regie: Ralph Arlyck. Mit

Sean Farrell, Ralph Arlyck, Johnny

Farrell. Verleih: Polyfilm. 87 Min.

Nach 30 Jahren hat Ralph Arlyck den Sohn eines Hippie-Pärchens aus San Francisco wieder besucht - und ein authentisches Bild einer Generation geschaffen.

In den 60er Jahren freundete sich Ralph Arlyck in San Francisco mit einer benachbarten Hippie-Familie an und drehte einen kontroversiellen Kurzfilm über deren vierjährigen Sohn Sean. Unbeschwert plauderte der bloßfüßige Bub übers Kiffen, Speed Freaks und den Kampf gegen die Polizei.

Dreißig Jahre später besucht Arlyck Sean noch einmal mit seiner Kamera, um herauszufinden, was aus ihm geworden ist. Im Gegensatz zu vielen apokalyptischen Prophezeiungen von damals hat sich Sean nicht zu einem Gras rauchenden Taugenichts, sondern zu einem verantwortungsbewussten Familienvater entwickelt.

Arlyck verwebt sein Kurzfilmmaterial mit aktuellen Interviews mit Sean und Porträts von Überlebenden des "Summer of Love". So wird die spannungsgeladene Beziehung zwischen Sean und seinem Vater sichtbar, der Generationskonflikt, der brodelt, wenn Kinder ihre Eltern an Reife übertreffen.

Arlyck schafft ein authentisches Bild einer Generation, die nie erwachsen werden wollt, und einer, die sich bewusst dafür entschieden hat. Seine Gesellschaftsstudie betrachtet auch den politischen und soziologischen Wandel und beleuchtet zudem regionale Differenzen in den usa. So stellt Arlyck der konservativen Ostküste, woher seine eigene jüdisch-intellektuelle Familie stammt, die progressive Westküste gegenüber, wo Seans kommunistische Großmutter in einem Whirlpool mit der Aufschrift "Nichts ist zu gut für die Arbeiterklasse" sitzt.

"Following Sean" wurde nicht nur wegen der Einbeziehung von Arlycks eigener Familie ein sehr persönlicher Film - sondern auch wegen der großen Intimität der Gespräche. So entsteht eine besondere Nähe zum Zuschauer, der in die Biografien der atypischen Amerikaner eintaucht, als kenne er sie selbst.

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USA 2004. Regie: Ralph Arlyck. Mit

Sean Farrell, Ralph Arlyck, Johnny

Farrell. Verleih: Polyfilm. 87 Min.