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Glamour weht durchs Land

Endlich läuft die dritte Staffel von Dancing Stars. Lange, viel zu lange, mussten die vom langen Fernsehen schon ganz entzündeten Augen den Glamour-Faktor vergebens suchen. Getröstet vielleicht nur durch die eine oder andere Starmania-Sendung. Nun, das Darben hat ein Ende. Wieder eine Sendung für die ganze Familie, bei der nach Herzenslust "gewotät" werden darf. Hierzulande scheinen ja selbst die älteren Semester das Wort "abstimmen" nicht mehr zu beherrschen, zumindest glaubt dies so mancher Fernsehmacher auf dem Küniglberg, sonst hätte das Wort nicht eine derartig inflationäre Ausbreitung via Staatsfernsehen erfahren.

Hält die dritte Staffel, was die beiden anderen vorgelegt haben? Wenn's um den Schmäh der Moderatoren geht, dann war dieser schon mal besser. Mirjam Weichselbraun ist schön wie noch nie, doch ihre Moderationen waren schon mal bezaubernder. Ihre Witze hatschen, und bei Alfons Haider sieht es in Sachen Humor nicht besser aus. Wer aber wirklich Spaß in der Sendung sucht, der möge auf die angerührten Meldungen der Promis achten, nachdem sie die Bewertung der Jury entgegengenommen haben. Da bekommen Harry Prünster und Michi Konsel eine glatte 9! Zu viel sollte man aber nicht an den Lippen der Stars hängen, denn all zu oft wird vermeintlich Lustiges aus deren Privatleben äußerst mühsam rezitiert.

Neu ist Guggi Löwinger, die Harald Serafin als Jurorin ersetzt. Sie bringt Heiterkeit in die Bewertungen und ihr Ausruf "Großartig" könnte bald Serafins "Wunderbar" ablösen. Eine Innovation sind auch die teils herumgehenden und stehenden männlichen Promis. Deren Themenverfehlung reicht aus, um beim Publikum zu punkten. Die Frauen müssen sich hingegen durch doppelte Leistung durchkämpfen. Diese Sendung versucht nicht nur zu unterhalten, sondern ist auch ein Spiegel unserer Gesellschaft. tom

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