Digital In Arbeit

Hilfe auf vier Pfoten

"Bombón" zeigt ein verzweifeltes Herrl, das durch einen Zuchthund im Nirgendwo Patagoniens neue Zuversicht gewinnt.

Ästhetik mit Gefühl, Dokumentation mit Fiktion vermischen - das gelang schon der mongolischen Regisseurin Byambasuren Davaa mit "Die Höhle des gelben Hundes". Nun kommt mit Carlos Sorins Doku-Drama "Bombón" ein weiterer Film dieser Gattung auf die Leinwand, bei dem - auf einem anderen Kontinent - ebenfalls die Beziehung zwischen Mensch und Tier im Zentrum steht.

Erzählt wird die Geschichte des 52-jährigen Juan Villages, der von eben diesem dargestellt wird. Regisseur Sorin arbeitet in seinem Werk ausschließlich mit Laien, Parallelen zwischen den Darstellern und ihren Figuren sind durchaus erwünscht. So ist auch der echte Juan Villages Automechaniker bei einer Tankstelle mitten in der kargen Weite Patagoniens. Im Film verliert er allerdings seine Arbeit und landet schnell auf dem gesellschaftlichen Abstellgleis. Das ändert sich schlagartig, als er den argentinischen Zuchthund "Bombón" geschenkt bekommt. Gemeinsam mit dem Tiertrainer Water Donado, der auch im realen Leben dieser Profession nachgeht, richten sie den Hund für Schauveranstaltungen ab. Mensch und Hund werden zu einem unschlagbaren Team und wecken Hoffnungen in Juan.

Mit minimalistischen Mitteln erzählt Sorin eine simple Geschichte von einfachen Menschen. Sorins Figuren kommunizieren mehr mit Gesten als mit Worten und teilen sich oft ausschließlich durch Mimik mit. Durch die große Authentizität der Laiendarsteller wirken die Bilder echt und ausdrucksstark. So verläuft diese berührende Geschichte voll Natürlichkeit und mit ungeheurer ästhetischer Qualität im Grenzbereich zwischen Dokumentation und Fiktion.

BOMBÓN - El Perro

ARG/ESP 2004. Regie: Carlos Sorin.

Mit Juan Villages, Walter Donado,

Gregorio. Verleih: Polyfilm. 97 Min.

FURCHE-Navigator Vorschau