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Information ohne Grenzen im semantischen Netz

1945 1960 1980 2000 2020
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Das Semantic Web soll die nächste Revolution innerhalb des Internet werden. Das Web 3.0 verbindet nicht nur Daten sondern die Worte zu einem Sinn.

Die einen nennen es den größten Datenkübel der Welt. Andere bevorzugen den weniger despektierlichen Namen „Internet“. Aus dem stetig wachsenden Informationskonvolut des World Wide Web Relevantes herauszukitzeln, ist durchaus keine triviale Aufgabe. Suchmaschinen wie Google bemühen sich zwar redlich durch immer ausgefeiltere Algorithmen die Trefferqualität zu erhöhen. Doch ihre Basis bildet letztlich immer ein simpler Vergleich von Zeichen. Ganz anders soll es dereinst im sogenannten „Semantischen Web“ aussehen. Die Idee dazu stammt von keinem Geringeren als Internet-Erfinder Tim Berners-Lee. Im Kern geht es darum, Webinhalte um Metainformationen zu erweitern, die den semantischen Gehalt der Inhalte beschreiben. Dann können Computerprogramme diese Daten – freilich in einem sehr liberalen Sinn dieses Wortes – „verstehen“.

Technologische Standards für die Transformation von rohen Daten in maschinenlesbare Bedeutungsträger sind längst geschaffen. Immer mehr Anbieter von Webinhalten stellen ihren Content in dem einheitlichen Format RDF (Resource Description Framework) zur Verfügung. Zum Beispiel Wikipedia, New York Times oder die britische Regierung.

Webapplikationen ist es so möglich, Daten aus verschiedensten Quellen abzufragen und miteinander in Beziehung zu setzen. Nach potenziellen Profiteuren des Semantic Web muss man nicht lange suchen. Schon heute fragt etwa Google bei Eingabe des Begriffs „Apple“ nach, ob man sich für die Frucht, die Firma oder die (wohl weitgehend unbekannte) Rockband dieses Namens interessiert und optimiert damit den Suchvorgang deutlich.

Die Vernetzung semantisch beschriebener Daten aus unterschiedlichen Quellen bietet zahlreiche Möglichkeiten.

Verbindung mehrerer Portale

Ein einfaches Beispiel: der Betreiber eines Tourismusportals stellt online Angebote von Hotels zur Verfügung. Ein anderes Portal ist auf Kulturevents spezialisiert. Ein drittes bietet Pollenwerte für bestimmte Regionen. Und so weiter. Im semantisch vernetzten Web könnte eine typische Reiseanfrage dann so lauten: „Ich will zwei Wochen im Juli am Meer mit einer Wassertemperatur von nicht weniger als 21 Grad verbringen. In dieser Zeit will ich drei klassische Konzerte besuchen. Und ich bin Typ I-Pollenallergiker.“

An einer Suchmaschine, die auf solche Anfragen individualisierte Antworten liefert, indem sie Informationen verschiedener Quellen verknüpft, arbeitet das Wiener Start-Up Smart Information Systems. Für einzelne Produktkategorien ist die Technologie bereits im Einsatz. Etwa beim Handelshaus Otto oder dem Elektronikriesen Conrad. Die geplante Suchmaschine soll darüber hinaus in der Lage sein, branchenunabhängige Dienstleistungen und Produkte aller Art zu individualisierten Angeboten zusammenzustellen.

Kapazitäten limitieren das Web 3.0

Für Geschäftsführer Markus Linder ist das Semantic Web folgerichtig der nächste Entwicklungsschritt in der Evolution globaler Märkte. „Es ergeben sich völlig neue Geschäftsmodelle“, sagt der Jungunternehmer. Beispielsweise können zu einer Suchanfrage passende Informationen als Werbung verkauft werden.

Bis das gute, alte Internet zur gigantischen Datenbank mutiert ist, werden aber wohl noch etliche Jahre ins Land ziehen. Noch sind etliche Fragen rund um das neue Superweb unbeantwortet. Neben technischen Schwierigkeiten – etwa in Zusammenhang mit der Speicherung sehr großer Datenmengen – runzeln vor allem Datenschützer skeptisch die Stirn. Denn wo „totale Vernetzung“ draufsteht, steckt meist eine Bedrohung der Bürgerrechte drin. Das semantische Web ermöglicht eine präzisere Erfassung personenbezogenerer Daten, deren Verfügbarkeit im social Web, dem Web 2.0, manchen ohnedies schon zu weit geht.

Im Rahmen des Projektes „Zukunftsweb“ will das österreichische Unternehmen Semantic Web Company (SWC) deshalb Licht ins Dunkel bringen. Bis Juni 2010 sollen Workshops, Podiumsdiskussionen und Online-Seminare („Webinare“) Interessierten detaillierte Einblicke in die neuen Technologien verschaffen. „Wir wollen die Chancen des semantischen Web, aber auch die Risiken identifizieren und darstellen“, sagt Martin Kaltenböck, CFO von SWC und Leiter des Projekts. Die Resultate werden nach Ende der Laufzeit veröffentlicht. Und zwar – man glaubt es kaum – als gedrucktes Buch.

Das Semantic Web soll die nächste Revolution innerhalb des Internet werden. Das Web 3.0 verbindet nicht nur Daten sondern die Worte zu einem Sinn.

Die einen nennen es den größten Datenkübel der Welt. Andere bevorzugen den weniger despektierlichen Namen „Internet“. Aus dem stetig wachsenden Informationskonvolut des World Wide Web Relevantes herauszukitzeln, ist durchaus keine triviale Aufgabe. Suchmaschinen wie Google bemühen sich zwar redlich durch immer ausgefeiltere Algorithmen die Trefferqualität zu erhöhen. Doch ihre Basis bildet letztlich immer ein simpler Vergleich von Zeichen. Ganz anders soll es dereinst im sogenannten „Semantischen Web“ aussehen. Die Idee dazu stammt von keinem Geringeren als Internet-Erfinder Tim Berners-Lee. Im Kern geht es darum, Webinhalte um Metainformationen zu erweitern, die den semantischen Gehalt der Inhalte beschreiben. Dann können Computerprogramme diese Daten – freilich in einem sehr liberalen Sinn dieses Wortes – „verstehen“.

Technologische Standards für die Transformation von rohen Daten in maschinenlesbare Bedeutungsträger sind längst geschaffen. Immer mehr Anbieter von Webinhalten stellen ihren Content in dem einheitlichen Format RDF (Resource Description Framework) zur Verfügung. Zum Beispiel Wikipedia, New York Times oder die britische Regierung.

Webapplikationen ist es so möglich, Daten aus verschiedensten Quellen abzufragen und miteinander in Beziehung zu setzen. Nach potenziellen Profiteuren des Semantic Web muss man nicht lange suchen. Schon heute fragt etwa Google bei Eingabe des Begriffs „Apple“ nach, ob man sich für die Frucht, die Firma oder die (wohl weitgehend unbekannte) Rockband dieses Namens interessiert und optimiert damit den Suchvorgang deutlich.

Die Vernetzung semantisch beschriebener Daten aus unterschiedlichen Quellen bietet zahlreiche Möglichkeiten.

Verbindung mehrerer Portale

Ein einfaches Beispiel: der Betreiber eines Tourismusportals stellt online Angebote von Hotels zur Verfügung. Ein anderes Portal ist auf Kulturevents spezialisiert. Ein drittes bietet Pollenwerte für bestimmte Regionen. Und so weiter. Im semantisch vernetzten Web könnte eine typische Reiseanfrage dann so lauten: „Ich will zwei Wochen im Juli am Meer mit einer Wassertemperatur von nicht weniger als 21 Grad verbringen. In dieser Zeit will ich drei klassische Konzerte besuchen. Und ich bin Typ I-Pollenallergiker.“

An einer Suchmaschine, die auf solche Anfragen individualisierte Antworten liefert, indem sie Informationen verschiedener Quellen verknüpft, arbeitet das Wiener Start-Up Smart Information Systems. Für einzelne Produktkategorien ist die Technologie bereits im Einsatz. Etwa beim Handelshaus Otto oder dem Elektronikriesen Conrad. Die geplante Suchmaschine soll darüber hinaus in der Lage sein, branchenunabhängige Dienstleistungen und Produkte aller Art zu individualisierten Angeboten zusammenzustellen.

Kapazitäten limitieren das Web 3.0

Für Geschäftsführer Markus Linder ist das Semantic Web folgerichtig der nächste Entwicklungsschritt in der Evolution globaler Märkte. „Es ergeben sich völlig neue Geschäftsmodelle“, sagt der Jungunternehmer. Beispielsweise können zu einer Suchanfrage passende Informationen als Werbung verkauft werden.

Bis das gute, alte Internet zur gigantischen Datenbank mutiert ist, werden aber wohl noch etliche Jahre ins Land ziehen. Noch sind etliche Fragen rund um das neue Superweb unbeantwortet. Neben technischen Schwierigkeiten – etwa in Zusammenhang mit der Speicherung sehr großer Datenmengen – runzeln vor allem Datenschützer skeptisch die Stirn. Denn wo „totale Vernetzung“ draufsteht, steckt meist eine Bedrohung der Bürgerrechte drin. Das semantische Web ermöglicht eine präzisere Erfassung personenbezogenerer Daten, deren Verfügbarkeit im social Web, dem Web 2.0, manchen ohnedies schon zu weit geht.

Im Rahmen des Projektes „Zukunftsweb“ will das österreichische Unternehmen Semantic Web Company (SWC) deshalb Licht ins Dunkel bringen. Bis Juni 2010 sollen Workshops, Podiumsdiskussionen und Online-Seminare („Webinare“) Interessierten detaillierte Einblicke in die neuen Technologien verschaffen. „Wir wollen die Chancen des semantischen Web, aber auch die Risiken identifizieren und darstellen“, sagt Martin Kaltenböck, CFO von SWC und Leiter des Projekts. Die Resultate werden nach Ende der Laufzeit veröffentlicht. Und zwar – man glaubt es kaum – als gedrucktes Buch.