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Länder-Wahlen alarmieren Schwarz-Gelb

Vier von sieben Landtagswahlen sind geschlagen. In Hamburg stürzte die CDU am 20. Februar ab. Sie wurden bei der Wahl nach Bruch der schwarz-grünen Koalition auf 21,9 Prozent halbiert. Der Wahlsieger SPD legte 14 Prozent auf 48,4 Prozent zu: die absolute Mehrheit. Unerwartet verbuchte auch die FDP, Juniorpartner in der Bundesregierung, einen Gewinn. Die Grünen wuchsen leicht: 11,6 Prozent.

Sensation in Baden-Württemberg

Weniger dramatisch lief es für Angela Merkels Parteigänger einen Monat später, am 20. März in Sachsen-Anhalt. Die 35,6 Prozent aus 2006 konnte die CDU mit 34,3 Prozent fast halten. Zweiter blieb die Linke, mit 24,6 Prozent (2006: 25,2 Prozent). Die SPD verlor zwei Punkte auf 21,6 Prozent. Die FDP flog aus dem Landtag, während die Grünen erstmals seit 13 Jahren wieder einzogen.

Am 27. März in Baden-Württemberg dann die Sensation: Die Grünen verdoppeln sich auf 24,2 Prozent. In einer Koalition mit der SPD (23,1 Prozent) könnte Winfried Kretschmann ihr erster Ministerpräsident sein, obwohl die CDU mit 39 Prozent stärkste Partei bleibt.

Daneben ging der zeitgleiche Urnengang in Rheinland-Pfalz fast unter, bei dem SPD-Ministerpräsident Kurt Beck um zehn Prozent auf 35,7 Prozent abstürzte. Die CDU steigerte ihr Ergebnis aus 2006 von 32,8 auf 35,2 Prozent. Die Grünen wurden von 4,6 auf 15,4 Prozent, und damit in den Landtag katapultiert. Sie wollen sowohl mit SPD als auch CDU verhandeln.

Die FDP flog aus dem Landtag und bringt mit diesen Verlusten ihren Vorsitzenden und Vizekanzler Guido Westerwelle sowie Bundesregierung und Kanzlerin Merkel unter Druck. (mad)

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