Tibet lieben, ist zu wenig

„ … Das von konservativen Kreisen verbal hochgehaltene Familienideal wird durch die auch von der ÖVP-Wirtschaft gestellten Forderungen nach mehr Flexibilität (Arbeitszeit, Mobilität, unsichere Arbeitverhältnisse) untergraben … “

Gerda Oelz

„ … Dass jede Warnung vor dem Weiterschreiten in den Abgrund der Permissivität als ‚Drohbotschaft‘ gedeutet wird, sollte nachdenklich machen …“

Prof. Heinrich Wohlmeyer

In innenpolitisch und noch mehr innerkirchlich turbulenten Zeiten ist es schwierig, ein Thema von weiter weg auf das FURCHE-Titelblatt zu heben. Doch in dieser Woche muss es sein. In dieser Woche ist die Solidarität mit dem tibetischen Volk das Gebot der Stunde.

Ein Jahr nach der Niederschlagung der Proteste in Tibet und 50 Jahre nach der Besetzung Tibets durch China, ist die Unterdrückung im Himalaya-Staat der Stachel im Fleisch der Weltgemeinschaft. Wobei es an Sympathie mit Tibet nicht fehlt. Der Dalai Lama gehört zu den am meisten geachteten Persönlichkeiten unserer Zeit, Tibet-Fahnen haben Kultstatus und Tseten Zöchbauer, Präsidentin der Tibetergemeinschaft in Österreich, berichtet ebenfalls, dass ihrem Anliegen viel Wohlwollen entgegengebracht wird. „Doch Liebe zu Tibet allein ist zuwenig“, sagt Zöchbauer. Das halbe Jahrhundert chinesische Besatzung beweist das. Der Westen müsse sich aus seiner Zwangsjacke gegenüber Chinas Regierung befreien, fordert die Aktivistin. Auch zum Nutzen Chinas selbst. Denn ein Staat, der auf Zwang und Unterdrückung aufgebaut ist, hat keinen Bestand. 20 Jahre nach 1989 sollte diese Lehre nicht vergessen sein.

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