Das-weite-Land - Burgtheater - © Foto: Matthias Horn

„Das weite Land“ – Im Höhenrausch der unterkühlten Gefühle

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Das Akademietheater eröffnet die neue Saison mit Schnitzlers Beziehungspanorama „Das weite Land“, meisterhaft morbide interpretiert von Regisseurin Barbara Frey.

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Das Akademietheater eröffnet die neue Saison mit Schnitzlers Beziehungspanorama „Das weite Land“, meisterhaft morbide interpretiert von Regisseurin Barbara Frey.

Mit einem Klassiker der Theatergeschichte startet das Burgtheater in die neue Saison. Arthur Schnitzlers Tragikomödie „Das weite Land“ haben sich in den letzten Jahren schon zahlreiche Regiegrößen von Alvis Hermanis über Hermann Beil bis hin zu Burgtheater-Hausherr Martin Kušej angenommen. Nun hat Regisseurin Barbara Frey in einer Koproduktion mit der Ruhrtriennale eine meisterhafte Interpretation des Beziehungspanoramas auf die Bühne des Akademietheaters gebracht. Ihre Inszenierung ist geprägt von Dunkelheit und Morbidität. Gleich zu Beginn gibt die sonore Stimme Markus Scheumanns per Lautsprecher einen Prolog über die Maden- und Larvenwelt in Friedhofsgräbern zum Besten. Eine Begräbnisgesellschaft wandert hinter dem durchscheinenden Vorhang im Halbdunkel vorüber. Auch danach wird auf der schwarz gehaltenen und nur mit drei Lederfauteuils bestückten Bühne kaum eine Lichtquelle auszumachen sein. Wie schattenhafte Geisterwesen treten darauf die Schauspieler, gekleidet in dunkle Kostüme und von einer unheimlichen Aura der Gleichmut umhüllt, lautlos auf und ab. Im Haus des Glühlichtfabrikanten Hofreiter (Michael Maertens) und dessen Frau Genia (Katharina Lorenz) ergeht sich eine illustre Upperclass-Runde in allerlei Indiskretionen.

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