Farm Fatale - © Foto: Martin Argyroglo
Theater

„Farm Fatale“: Fabelhaft ökologisch

1945 1960 1980 2000 2020

Vogelscheuchen retten die Welt: Philippe Quesne präsentiert im Rahmen der reduzierten Ausgabe der Wiener Festwochen ein theatrales Manifest zum Thema Mensch und Natur.

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Vogelscheuchen retten die Welt: Philippe Quesne präsentiert im Rahmen der reduzierten Ausgabe der Wiener Festwochen ein theatrales Manifest zum Thema Mensch und Natur.

Vier Vogelscheuchen machen ­Radio: Sie senden Hühnergegacker, Grillenzirpen und Vogelgezwitscher. Das Klangarchiv bedeutet Trost und Erinnerung, denn Vögel gibt es in dieser Welt voller Herbizide, Fungizide und Pestizide längst nicht mehr. Die ökologische Fabel, die der 50-jährige französische Regisseur und Bühnenbildner Philippe Quesne bei den „Festwochen reframed“ erzählt, lässt sich bündig zusammenfassen: „No nature. No future.“

„Farm Fatale“ nennt sich sein theatrales Manifest, das die heurigen Festwochen um ein Highlight erweitert. Wie auch die belgische Tänzerin und Choreografin Anne ­Teresa De Keersmaeker, deren Solo zu Bachs „Goldberg-Variationen, BWV 988“ die reduzierte Ausgabe der Wiener Festwochen fulminant eröffnete, versteht sich Quesnes „Farm Fatale“ als Stück über die brennende Frage nach der Balance zwischen Mensch und Natur. Klimakrise und Corona lassen sich nicht getrennt denken, sondern sind Resultat eines zerstörerischen Umgangs mit der Erde. Hier setzt das Motto der Wiener Festwochen an und liefert viele ästhetisch außergewöhnliche Akzente, auch mit Philippe Quesnes Gastspiel.