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Alternative Energiequellen aktivieren und fördern

In der Freiheitlichen Partei wurden und werden die Vor- und Nachteile der Inbetriebnahme von Atomkraftwerken bereits seit mehr als 10 Jahren eingehend geprüft. Das Freiheitliche Energiekonzept 1973 kam zu folgenden Ergebnissen, die gegen die in Österreich geplanten Atomkraftwerke sprechen:

• Umweltbelastung durch Radioaktivität auf allen Stufen der Kernkraftgewinnung;

• Schlechte Ausnützung des Kernbrennstoffes beim gegenwärtigen Stand der Technik;

• Langer Planungs- und Bauzeitraum;

• Hohe Investitionskosten bei um 20 Jahren geschätzter Lebensdauer;

• Blockgröße zwingt zu kostspieliger Reservehaltung.

Daraus wurden damals folgende Empfehlungen abgeleitet:

• die Warnungen anerkannter Wissenschafter vor den Gefahren zu berücksichtigen,

• einen gesamtösterreichischen Plan zur Erfassung, Überwachung und Senkung der künstlichen Strahlenbelastung zu erarbeiten,

• Zusammenfassung der Kontrollkompetenzen beim Bundesministerium für Gesundheit und Umweltschutz,

• Vermeidung von Fehlinvestitionen durch Abwarten einer höheren technologischen Entwicklungsstufe.

Seither haben freiheitliche Abgeordnete zusätzlich auf die Gefährdung des Grundwassers durch den AKW-Standort Zwentendorf, auf die mit der Lagerung des Atommülls verbundenen Risiken und Langzeitfolgen sowie auf die Gefährdung von Bevölkerung und Umv/elt durch grenznahe Kernkraftwerke hingewiesen und in einer Reihe von parlamentarischen Anfragen den von der Regierung eingeschlagenen Pro-Atomkurs kritisiert.

Da außerdem die Stromversorgung Österreichs auch ohne Zwentendorf langfristig gesichert erscheint, werden die Freiheitlichen weder einem Antrag zur Aufhebung des Atomsperrgesetzes zustimmen, geschweige denn einen solchen Antrag stellen.

Viele Forderungen des Freiheitlichen Energiekonzeptes 1973 (bessere Wärmedämmung, Anwendung energiesparender Technologien, Geschwindigkeitsbegrenzungen, Verwertung von Fernwärme) wurden inzwischen aufgegriffen und teilweise verwirklicht.

Freiheitliche Abgeordnete wenden sich gegen die auf höheren Verbrauch gerichteten Werbemaßnahmen und das mangelnde Kostenbewußtsein der Energiewirtschaft und sind eifrige Befürworter der besseren Primärenergienutzung durch den Ausbau der Fernwärmeversorgung.

Die FPÖ wird alternative Energiequellen wie die Aktivierung der ungenützten Kleinwasserkraftwerke, die Verwertung der Biomasse, die Nutzung von Sonnen- und Windenergie sowie Erdwärme in den Vordergrund der energiepolitischen Diskussion rücken. Wie überhaupt die Intensivierung der Forschung und Förderung alternativer Energiegewinnungsprojekte im Zentrum freiheitlicher Energiepolitik stehen.

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