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Corona

Hamster - © Foto: iStock/GlobalP
Animal Spirits

Incoronierte Hamstereien

1945 1960 1980 2000 2020

Arbeitseifer und blinde Sammelwut: Kein Wunder, dass ein Tier mit solchen Eigenschaften ein beliebtes Haustier bei uns wurde - und das Wappentier für Corona-BILLAstürmer.

1945 1960 1980 2000 2020

Arbeitseifer und blinde Sammelwut: Kein Wunder, dass ein Tier mit solchen Eigenschaften ein beliebtes Haustier bei uns wurde - und das Wappentier für Corona-BILLAstürmer.

Im Normalfall werden hier tierische Zeitgenossen porträtiert, die uns in ihren Strategien etwas voraus haben. Wesen also, von denen wir das eine oder andere lernen könnten. Aber dieser Tage ist nichts normal. Es drängt sich deshalb eine Spezies dazwischen, die uns in ihrem Verhalten auch gut das Fürchten lehren kann. Und zwar nicht, weil sie so anders wäre als wir, sondern weil sie uns gar so ähnlich ist. Wenn wir nämlich den Feldhamster betrachten und sein Treiben, dann müssen wir zumindest eine Augenbraue hochziehen, wenn nicht sogar beide – wegen sonderbarer Ähnlichkeiten. Und das betrifft zunächst gar nicht das „Hamstern“ in diesen incoronierten Zeiten.

Es beginnt schon damit, dass dieses Tier extrem kurzsichtig ist - und man kann diese rein körperliche Eigenschaft auch durchaus im höheren Sinne bei Mensch und Hamster feststellen. Denn beide sind in ihrer Kurzsichtigkeit höchst arbeitsam, dafür setzen sie ihre Energie aber auch äußerst einseitig ein. Der eine ins Wachstum, der andere ins Raffen. Man könnte beinahe meinen, beide seien wie von Sinnen tätig.

Dem Hamster wie dem Menschen entgleist regelmäßig der Instinkt, wenn es um das Produzieren, Sammeln und Horten von Vorräten gleich welcher Art geht. So ein kleiner 20 Gramm-Nager der Sorte Cricetus cricetus hat auch schon einmal 12 bis 25 Kilo Futter in seinen Wohnhöhlen verstaut. Das wäre so, als würde ein Mensch 20 Tonnen Güter bei sich einlagern, gar nicht zu denken daran, welches Volumen an Klopapier dieses Vorratsgewicht ergäbe (160.666 Rollen). Um solche Mengen zu sammeln, legt der Hamster ein nimmermüdes Laufverhalten an den Tag, pardon „an die Nacht“. Zwischen Abenddämmerung und Frühe läuft er dann bis zu 30 Kilometer über Felder und Wiesen.

Eine solche titanische Energie scheint auch dem Menschen inne zu wohnen, sobald er sich einmal mit dem Arbeitsmarkt verflochten hat. Wobei auffällt, dass der Mensch mit dem Horten gerade dann anfängt, wenn das Hamsterrad der Arbeitswelt in der Krise aufhört, sich zu drehen. Der Hamster würde das extrem unprofessionell finden. Doch abgesehen davon bleibt eine Grundharmonie, die Hamster und Mensch eint: Produktivität, Arbeitseifer und blinde Sammelwut. Also ist es auch kein Wunder, dass der Hamster ausgerechnet in den Industriestaaten zum beliebten Haustier geworden ist - acht Millionen Mal.

Es gibt da noch ein weiteres Verhalten, das uns dem Nagetier verwandt macht. Der Hamster ist ein extrem aggressives Tier, wenn es um das Wilkommen von Mithams-tern an seiner Reviergrenze geht. Blutige Gefechte samt Riesengepfeiff sind da die Regel. Übrigens soll dabei ausgerechnet der syrisch-türkische Goldhamster eine Ausnahme machen. Aber wer wollte sich in Tagen der viralen Selbstzentrierung schon damit beschäftigen?

Im Normalfall werden hier tierische Zeitgenossen porträtiert, die uns in ihren Strategien etwas voraus haben. Wesen also, von denen wir das eine oder andere lernen könnten. Aber dieser Tage ist nichts normal. Es drängt sich deshalb eine Spezies dazwischen, die uns in ihrem Verhalten auch gut das Fürchten lehren kann. Und zwar nicht, weil sie so anders wäre als wir, sondern weil sie uns gar so ähnlich ist. Wenn wir nämlich den Feldhamster betrachten und sein Treiben, dann müssen wir zumindest eine Augenbraue hochziehen, wenn nicht sogar beide – wegen sonderbarer Ähnlichkeiten. Und das betrifft zunächst gar nicht das „Hamstern“ in diesen incoronierten Zeiten.

Es beginnt schon damit, dass dieses Tier extrem kurzsichtig ist - und man kann diese rein körperliche Eigenschaft auch durchaus im höheren Sinne bei Mensch und Hamster feststellen. Denn beide sind in ihrer Kurzsichtigkeit höchst arbeitsam, dafür setzen sie ihre Energie aber auch äußerst einseitig ein. Der eine ins Wachstum, der andere ins Raffen. Man könnte beinahe meinen, beide seien wie von Sinnen tätig.

Dem Hamster wie dem Menschen entgleist regelmäßig der Instinkt, wenn es um das Produzieren, Sammeln und Horten von Vorräten gleich welcher Art geht. So ein kleiner 20 Gramm-Nager der Sorte Cricetus cricetus hat auch schon einmal 12 bis 25 Kilo Futter in seinen Wohnhöhlen verstaut. Das wäre so, als würde ein Mensch 20 Tonnen Güter bei sich einlagern, gar nicht zu denken daran, welches Volumen an Klopapier dieses Vorratsgewicht ergäbe (160.666 Rollen). Um solche Mengen zu sammeln, legt der Hamster ein nimmermüdes Laufverhalten an den Tag, pardon „an die Nacht“. Zwischen Abenddämmerung und Frühe läuft er dann bis zu 30 Kilometer über Felder und Wiesen.

Eine solche titanische Energie scheint auch dem Menschen inne zu wohnen, sobald er sich einmal mit dem Arbeitsmarkt verflochten hat. Wobei auffällt, dass der Mensch mit dem Horten gerade dann anfängt, wenn das Hamsterrad der Arbeitswelt in der Krise aufhört, sich zu drehen. Der Hamster würde das extrem unprofessionell finden. Doch abgesehen davon bleibt eine Grundharmonie, die Hamster und Mensch eint: Produktivität, Arbeitseifer und blinde Sammelwut. Also ist es auch kein Wunder, dass der Hamster ausgerechnet in den Industriestaaten zum beliebten Haustier geworden ist - acht Millionen Mal.

Es gibt da noch ein weiteres Verhalten, das uns dem Nagetier verwandt macht. Der Hamster ist ein extrem aggressives Tier, wenn es um das Wilkommen von Mithams-tern an seiner Reviergrenze geht. Blutige Gefechte samt Riesengepfeiff sind da die Regel. Übrigens soll dabei ausgerechnet der syrisch-türkische Goldhamster eine Ausnahme machen. Aber wer wollte sich in Tagen der viralen Selbstzentrierung schon damit beschäftigen?