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Deutsche Bundestagswahl

DISKURS

Armin Laschet: Die Königsmörder sind längst identifiziert

1945 1960 1980 2000 2020

Hinter der Niederlage der Union stecken mehr Protagonisten als Armin Laschet. Mitnichten ist er die einzige Personalie, die es bei den deutschen Christdemokraten zu erneuern gilt.

1945 1960 1980 2000 2020

Hinter der Niederlage der Union stecken mehr Protagonisten als Armin Laschet. Mitnichten ist er die einzige Personalie, die es bei den deutschen Christdemokraten zu erneuern gilt.

Große Teile der Union hätten Armin Laschet lieber heute als morgen los. Dass er trotz der Aufnahme von Ampel-Sondierungsgesprächen immer noch Parteivorsitzender ist und ihm ein Rücktritt auf Raten zugestanden wird, ist nur der cäsarischen Maxime „„Proditionem amo, sed proditores non laudo. - Ich liebe den Verrat, aber den Verräter lobe ich nicht.“ geschuldet.

Niemand in der CDU will der Königsmörder sein. Die Gefahr ist zu groß, sich durch den Ruf, illoyal zu sein, Aufstiegschancen in der Partei zu verbauen. Allerdings wird nicht erst seit der Wahlniederlage subtil an Laschets Chef-Sessel gesägt. Noch im Wahlkampf distanzierte sich ausgerechnet Jens Spahn von Laschet. Der deutsche Gesundheitsminister hatte ursprünglich selbst für den CDU-Vorsitz kandidieren wollen, verzichtete aber darauf, weil ihm kaum Chancen auf einen Sieg ausgerechnet wurden. Er begab sich ins „Team Laschet“. Daran hielt er fest, bis es ungemütlich wurde...

Auch noch andere Kontrahenten überlegten kurz nach der Wahl laut, inwiefern die CDU personelle Konsequenzen ziehen müsse. Und Norbert Röttgen startete in der Talkshow „Anne Will“ den Versuch, das Narrativ einer generalüberholten CDU zu konstruieren – ohne den Namen Armin Laschet fallen zu lassen. Darauf angesprochen, zog er sich rhetorisch ungeschickt aus der Affäre. Längst in Stellung gebracht hat sich auch Friedrich Merz. Seine Kommentare auf Twitter sind eindeutig. Wenn er über „Neuanfang“ schreibt, meint er sich selbst damit.

Die Königsmörder lassen sich in Deutschland auch ohne Mord identifizieren. Der Bayer Markus Söder ist einer von ihnen. Er spielte lieber die beleidigte Leberwurst, als sich für seinen „Parteifreund“ ins Zeug zu legen. Und auch Angela Merkel zögerte und zauderte viel zu lange. Sie hätte von Anfang an Laschets größte Fürsprecherin werden können. Mit Ruhm bekleckert haben sich auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und Noch-Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble nicht. Sie wollten auf jeden Fall Söder verhindern. Aber sie hätten dann auch Laschets Talfahrt abbremsen müssen. Es war offensichtlich, dass dieser auf die falschen Berater gesetzt hatte. Ging es ihnen am Ende nur noch darum, die eigene Haut zu retten?

Natürlich war es falsch von den Christdemokraten, mit Armin Laschet ins Rennen zu gehen. Markus Söder wäre allerdings auch nicht der Richtige gewesen. Er ist ein Stänkerer und liebäugelt mit dem Populismus. Auch mit „ AKK“, Merz, Röttgen oder Spahn säße die Union vermutlich nun in der Opposition. Ja, die CDU/CSU haben eindeutig ein Personalproblem – das längst in eine Glaubwürdigkeitskrise gemündet ist. Laschet muss gehen, keine Frage. Aber er ist mitnichten der Einzige.

Große Teile der Union hätten Armin Laschet lieber heute als morgen los. Dass er trotz der Aufnahme von Ampel-Sondierungsgesprächen immer noch Parteivorsitzender ist und ihm ein Rücktritt auf Raten zugestanden wird, ist nur der cäsarischen Maxime „„Proditionem amo, sed proditores non laudo. - Ich liebe den Verrat, aber den Verräter lobe ich nicht.“ geschuldet.

Niemand in der CDU will der Königsmörder sein. Die Gefahr ist zu groß, sich durch den Ruf, illoyal zu sein, Aufstiegschancen in der Partei zu verbauen. Allerdings wird nicht erst seit der Wahlniederlage subtil an Laschets Chef-Sessel gesägt. Noch im Wahlkampf distanzierte sich ausgerechnet Jens Spahn von Laschet. Der deutsche Gesundheitsminister hatte ursprünglich selbst für den CDU-Vorsitz kandidieren wollen, verzichtete aber darauf, weil ihm kaum Chancen auf einen Sieg ausgerechnet wurden. Er begab sich ins „Team Laschet“. Daran hielt er fest, bis es ungemütlich wurde...

Auch noch andere Kontrahenten überlegten kurz nach der Wahl laut, inwiefern die CDU personelle Konsequenzen ziehen müsse. Und Norbert Röttgen startete in der Talkshow „Anne Will“ den Versuch, das Narrativ einer generalüberholten CDU zu konstruieren – ohne den Namen Armin Laschet fallen zu lassen. Darauf angesprochen, zog er sich rhetorisch ungeschickt aus der Affäre. Längst in Stellung gebracht hat sich auch Friedrich Merz. Seine Kommentare auf Twitter sind eindeutig. Wenn er über „Neuanfang“ schreibt, meint er sich selbst damit.

Die Königsmörder lassen sich in Deutschland auch ohne Mord identifizieren. Der Bayer Markus Söder ist einer von ihnen. Er spielte lieber die beleidigte Leberwurst, als sich für seinen „Parteifreund“ ins Zeug zu legen. Und auch Angela Merkel zögerte und zauderte viel zu lange. Sie hätte von Anfang an Laschets größte Fürsprecherin werden können. Mit Ruhm bekleckert haben sich auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und Noch-Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble nicht. Sie wollten auf jeden Fall Söder verhindern. Aber sie hätten dann auch Laschets Talfahrt abbremsen müssen. Es war offensichtlich, dass dieser auf die falschen Berater gesetzt hatte. Ging es ihnen am Ende nur noch darum, die eigene Haut zu retten?

Natürlich war es falsch von den Christdemokraten, mit Armin Laschet ins Rennen zu gehen. Markus Söder wäre allerdings auch nicht der Richtige gewesen. Er ist ein Stänkerer und liebäugelt mit dem Populismus. Auch mit „ AKK“, Merz, Röttgen oder Spahn säße die Union vermutlich nun in der Opposition. Ja, die CDU/CSU haben eindeutig ein Personalproblem – das längst in eine Glaubwürdigkeitskrise gemündet ist. Laschet muss gehen, keine Frage. Aber er ist mitnichten der Einzige.

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