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Bessere Technik

Bei den Elektrogeräten gab es insgesamt eine beachtliche technische Entwicklung mit Energiespareffekten. Dabei ist zu vermerken, daß die größte Einsparung durch Entwicklungen in den siebziger Jahren erreicht wurde.

Fernsehgeräte:

Die Farbfernseher der späten sechziger Jahre hatten eine Leistungsaufnahme von 320 bis 360 Watt, verbrauchten also viel Strom. Durch den Einsatz von Transistoren gelang es, diesen hohen Wert auf etwa 250 Watt zu drücken. Die Einführung integrierter Schaltkreise verringerte die Leistungsaufnahme um weitere 100 Watt.

Zusätzliche Verbesserungen ermöglichten es schließlich, auf Werte zu kommen, die unter 100 Watt liegen, was einer Verringerung des Stromverbrauchs von über 75 Prozent bedeutet.

Waschmaschinen:

Mitte der sechziger Jahre wurde das bis dahin übliche System der Bottichmaschinen durch ein neues Konzept, das der Trommelwaschmaschine, ersetzt, was zu einer Verringerung des Energieverbrauchs je Kilo Trockenwäsche um rund 40 Prozent führte.

Auch dieses System konnte im Laufe der siebziger Jahre deutlich verbessert werden, und zwar um weitere 33 Prozent. Die achtziger Jahre schließlich brachten eine weitere Einsparung von rund 10 Prozent, was überwiegend durch Verringerung der Laugenmenge, der Laugentemperatur und durch exakter schaltende Regelorgane erreicht wurde.

Eine weitere Reduzierung des Energieverbrauchs wird vor allem dann möglich sein, wenn es gelingt, die Laugentemperatur weiter abzusenken, und zwar unter die derzeit vorherrschende Waschtemperatur von 60 Grad.

In diese Richtung wird aüch weitergeforscht. So soll etwa der Einsatz von Ultraschall- oder Mikrowellen eine Verkürzung des Waschganges bringen, weniger Wasser und Waschmittel erfordern und dadurch insgesamt auch Energie ein’sparen. Einschlägige Patente hat der Waschmittelerzeuger Henkel angemeldet. Der Stand der Entwicklung reicht jedoch noch nicht, um diese Verfahren serienmäßig umzusetzen.

Warmwasserspeicher:

Hier brachte vor allem die verbesserte Dämmtechnik in den siebziger Jahren eine deutliche Verringerung des Stromver brauchs. 80-Liter-Speicher mit einer Dauertemperatur von 60 Grad verbrauchten jährlich am Ende der Dekade um rund 280 Kilowattstunden Strom weniger als zu ihrem Beginn.

Auch die Verwendung moderner Armaturen (Thermostatoder Temperierbatterien) ermöglichen, daß nicht nutzlos allzu heißes Wasser angezapft und damit Strom vergeudet wird. Mittels Wärmepumpe und Solaranlagen kann der Stromverbrauch zur Warmwasserbereitung weiter verringert werden. Allerdings ist die Anschaffung einer Wärmepumpe finanziell aufwendig.

Stromsparend wirkt auch die Reduzierung der Boden-Temperatur auf 40 Grad, da es Abstrahlungsverluste gibt, die ins Gewicht fallet. Geringere Wassertemperatur bedeutet aber auch weniger Warmwasserreserve, da ja bei 60 oder 80 Grad Kaltwasser zugemischt wird. Sinnvoll ist in diesem Fall daher die Anschaffung eines größeren Warmwassergerätes.

Kühl- und Gefriergeräte:

Auch hier haben Verbesserungen bei der Isolierung seit Mitte der sechziger Jahre zu niedrigerem Energieverbrauch geführt — um 30 Prozent etwa.

Auch andere Entwicklungen in den siebziger Jahren waren in dieser Hinsicht erfolgreich:

• Verbesserung der Türdichtungen,

• der Kälteverdichter,

• der Abstimmung von Tief- und Hauptkühlfach.

Entwickelt wurden auch bessere Abtau- und Regelsysteme.

Am größten waren die Spareffekte bei Kühl/Gefrier-Kombi- nationen (40 Prozent) und bei Gefrierschränken (ebenfalls 40 Prozent). Schließlich brachten die achtziger Jahre weitere Verbesserung des konstruktiven Aufbaus der Geräte, der Isolation und der Verdichter. Das Ergebnis: Einsparungen von weiteren 20 Prozent der Energie.

Geschirrspüler:

Auch sie sind Geräte, die von der Entwicklung einer verbesserten Isolierung profitiert haben. Da 40 Prozent des Energiebedarfs zur Aufwärmung des Wassers dienen, bringt eine geringe Wassermenge auch im Geschirrspüler Energievorteile. Man erreicht diese Verbesserungen durch Vermeidung von Toträumen und durch bessere Umwälzpumpen. Der Einsatz verbesserter Spül mittel wiederum kann die Wassertemperatur um etwa zehn Grad verringern. Diese Entwicklungen brachten in den siebziger Jahren rund zehn, in den achtziger weitere 20 bis 25 Prozent an Einsparungen beim Stromverbrauch.

Elektroherde und Backöfen:

Auf diesem Gebiet gab es in den letzten Jahren keine bemerkenswerten Entwicklungen. Einsparungen brachte vor allem die Automatik-Kochplatte, die es aber schon seit den sechziger Jahren gibt. Sie schaltet automatisch von der hohen Ankoch- auf die niedrigere Fortkochleistung um und erspart damit zehn Prozent Strom.

Was das Kochen anbelangt, läßt sich Energie vor allem durch den Einsatz von Spezialgeräten wie

Eierkocher oder Kaffeemaschinen erreichen. Diese ersetzen jedoch die Kochplatten ebensowenig wie der Mikrowellenherd, der jedenfalls nur beim raschen Auftauen tiefgekühlter Speisen Energie sparen hilft.

Beleuchtung:

1,2 Prozent des Stromverbrauchs der privaten Haushalte geht für Beleuchtung auf. Daher scheinen Einsparungen in diesem Bereich nicht viel zu bringen. Betrachtet man die Sache jedoch von der Warte der technischen Möglichkeiten, so wird deutlich, daß Leuchtstoffröhren im Vergleich zu Glühlampen (die gleich viel Licht abgeben) um zwei Drittel weniger Strom verbrauchen.

Ähnlich groß ist der Einspareffekt von Energiesparlampen, die dasselbe Lichtspektrum wie Glühbirnen abgeben. Jene, die mehr gelbes Licht abstrahlen, können sogar mit nur sieben Prozent des Stromverbrauchs von Glühbirnen auskommen.

Leuchtstoffröhren sollte man jedoch nur dort verwenden, wo das Licht nicht kurzzeitig aus- und eingeschaltet wird, also dauernd brennt. Bei der derzeitigen Preissituation sollte man bei einer Umrüstung genau die Kosten berechnen, denn die Anschaffung von Energiesparlampen ist relativ teuer - ihre Lebensdauer allerdings auch höher (6000 Stunden gegenüber 1000 Stunden bei herkömmlichen Glühbirnen).

Bei Neueinrichtungen ist ihr Einsatz jedenfalls überlegens- wert.

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