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Dien Bien Pbu

Frühjahr 1954, vor 30 Jahren: Schon seit acht Jahren kämpft die französische Kolonialmacht in Indochina gegen einen immer stärker werdenden Feind — den Viet Minh, angeführt von dem legendären Vo Nguyen Giap. In dem nordvietnamesischen Dorf Dien Bien Phu will Frankreichs Oberkommandierender, General Navarre, seinen Gegnern nun einen schweren militärischen Schlag versetzen. Dien Bien Phu wird zur Festung ausgebaut, die die Viet-Minh-Gue-rilla anlocken soll.

Am 13. März greift Giap dann auch tatsächlich an: mit 40.000 Mann und schwerer Artillerie, die der Viet Minh mühsam über die Berge herangeschafft hatte. 56 Tage lang halten die anfänglich 12.000 französischen Verteidiger stand, am 7. Mai müssen sie kapitulieren. 1200 Franzosen waren gefallen, mindestens drei Mal so viele Vietnamesen.

Mit der Katastrophe von Dien Bien Phu war den Franzosen endgültig militärisch das Rückgrat gebrochen. Bereits am 8. Mai beginnt die Genfer Indochina-Konfe-renz, die die Teilung Vietnams beschließt. Laos, Kambodscha und Nordvietnam werden unabhängig. Die Franzosen bleiben noch eine Zeitlang in Südvietnam, ehe ihnen die Amerikaner politisch den Rang ablaufen — nicht ahnend, was für ein böses Erbe sie antreten würden.

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