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Es springt einen an

(Museum des 20. "Jahrhunderts, Wien 3, Schweizergarten, bis 18. Oktober) Zunächst einmal, so meint Henri Cartier-Bresson, muß man schnell sein. Und - abgesehen vom Photoapparat - man braucht nicht viel: zwei Beine, die stillstehen, einen Finger zum Abdrücken und dann auch noch Empfindlichkeit und viel Bewußtsein. Bei Millionen Menschen macht der Finger gerade noch mit. Aber wer hat schon das Empfinden und den Blick für jene Momente, die die Nahtstellen des Lebens sind? Denn, so weiß und demonstriert überzeugend Cartier-Bresson: in jeder Minute fällt die Welt in Stük-ke.

Splitter dieser Stücke, Intuitionen des Augenblicks, sie sind in jeder der 155 Photographien wieder-zuerleben, die - von Henri Cartier-Bresson für eine Wanderausstellung persönlich ausgewählt - im Museum des 20. Jahrhunderts zu sehen sind. Sie bieten einen Querschnitt durch das 50jährige Schaffen des wohl berühmtesten lebenden Photographen, und sie setzen der beginnenden Herbstsaison des Museums moderner Kunst einen überaus strahlenden Glanzpunkt auf

Henri Cartier-Bresson über seine Arbeit: Die erste Impression zählt. Der erste Blick, der Schock, die Überraschung. Es springt einen an.

Stimmt. Das gibt es tatsächlich.

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