Wie ein junger Ukrainer Zuflucht in einem peruanischen Restaurant fand

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Bei einem Restaurantbesuch zeigt sich, wie nah der Krieg in der Ukraine auch in Österreich ist. Für einen jungen Ukrainer ist die Arbeit eine Rettung vor Putins Fleischwolf.

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Bei einem Restaurantbesuch zeigt sich, wie nah der Krieg in der Ukraine auch in Österreich ist. Für einen jungen Ukrainer ist die Arbeit eine Rettung vor Putins Fleischwolf.

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Das Wissen über die Grausamkeit losgelassener Größenwahnsinniger ist manchmal nicht auszuhalten. Fahret zur Hölle! Der Krieg, der erst vor zwei Jahren begonnen hat, setzt nun das Warten auf die No-win-no-win-Situation in Gang. Die Hoffnung auf den Prozess einer Lösung als schlechte Lösung für die schlechtere Lösung stirbt zuletzt, während Putin den Fleischwolf ankurbelt, um Generationen junger Männer und Frauen zu vernichten.

Ukrainer findet Zuflucht in peruanischem Restaurant

Es wird kein gutes Ende nehmen. Das sickert mir ins Bewusstsein auf der Lesereise während der Friedenskonferenz gegen das Andauern des Krieges. Der, durch dieses oder jenes Regime, verlangte blinde Gehorsam setzt zusätzlich zu. Die Tortur. Die Gemeinheit. Der Sadismus. Nur Ohnmacht dagegenzusetzen, verletzt. Ich tröste mich mit einem Gericht. Nicht in Den Haag, sondern in Salzburg. Ein peruanisches Restaurant hat auf. Das Anagramm Lazarett lässt sich aus seinem zarten Namen bilden. Das Lokal ist klein, effizient, gehört einem älteren peruanischen Chef. Sein Küchengehilfe ist ein sehr junger Bursche. Der Ukrainer konnte sich vor dem Fleischwolf retten. Ich wünsche einen steilen Aufstieg in der österreichischen Sozietät. Was denkt er über die Welt im peruanischen Lokal? Er macht sich nützlich. Als Gast fühle ich mich verpflichtet, alles zu kosten. Die Küche Perus ist Weltspitze. Die Ukrainische kann es auch sein. Ich kenne sie aus New York. Putin wäre selbst durch diese Gerichte provoziert? Ein Verbrecher ist immer provoziert. Der junge Mann spricht nicht viel über Politik im Angesicht seines Arbeitgebers. Ich spüre ein Unbehagen.

Warum ist der Mann aus Peru hier gelandet, frage ich. Was für Pläne gibt es noch im Leben, als das Essen der Heimat zu zelebrieren? Ein Buch schreiben. Über die Österreicher, aus der Sicht eines Peruaners in seinem Salzburger Lokal. Ich hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht und fühlte mich heimisch.

Die Autorin ist Schriftstellerin.

Dieser Artikel ist im Original unter dem Titel Salzburger Küche am 20. Juni 2024 erschienen.

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