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Fundamentale Theologien

Johann Baptist Metz, der ehemalige Schüler Karl Rahners und Begründer einer politischen Theologie, verfaßte 1977 „Glaube in Geschichte und Gesellschaft", ein für viele provozierendes Werk, das die fundamentale theologische Relevanz seiner politischen Theologie entfaltet. In ihr geht es zentral um das solidarische Subjektwerden der Menschen als Heilsabsicht Gottes; um die eschatologische Ansage der Gottesherrschaft; um Zukunft auch für die Opfer und Besiegten. Theologie steht für Metz unter dem Primat von Subjekt und Praxis. Im neuen Vorwort zur vorliegenden fünften Auflage erörtert der Autor die seit Erscheinen des Buches weiterführenden Perspektiven seiner Theologie.

Francis Schüssler Fiorenca, seinerseits Schüler von J. B. Metz und Professor für Systematische Theologie in den USA, setzt sich in seinem 1984 erstmals erschienenen Buch mit Hermeneutik, Sprachphilosophie und Handlungstheorie auseinander. Fundamentaltheologische Basistheorie kann, seiner Konzeption zufolge, nicht unabhängig von menschlicher Erfahrung ablaufen, sondern sie muß ein reflexives Gleichgewicht zwischen der Rekonstruktion von Bedeutungen, retroduktiven Legitimationen und Hintergrundtheorien anstreben. Diesen wichtigen theologischen Ansatz führt der Autor an zwei entscheidenden Fragen durch: der Auferstehung Jesu und der Gründung der Kirche.

Ein Buch, das bei seinem Erscheinen zurecht von der College Theolo-gy Society als bestes Buch des Jahres ausgezeichnet wurde.

GLAUBE IN GESCHICHTE UND GESELLSCHAFT. Studien zu einer praktischen Funda-mental-Theologie. Von Johann Baptist Metz. Matthias-Grünewald-Verlag, 5. Auflage, Mainz 1992. 240 Seiten, geb., öS 280,80.

FUNDAMENTALE THEOLOGIE. Zur Kritik theologischer Begründungsverfahren. Von Francis Schüssler Fiorenca. Matthias-Grunewald-Verlag, Mainz 1992.316 Seiten, geb., öS 374,40.

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