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Hände im „Sinowatz-Feuer

Schon im Oktober 1985 — also einige Zeit vor dem Bundespräsidentenwahl-kampf — hat Fred Sinowatz im burgenländischen SPÖ-Landesparteivorstand von Kurt „Waldheims brauner Vergangenheit“ gesprochen. Weil Alfred Worm das im „profil“ geschrieben hat, wurde er von Sinowatz geklagt. Weder dies, schwor der Noch-SPÖ-Vorsitzende im Zeugenstand, noch andere Grauslichkeiten seien je über seine Lippen gekommen.

Und die Creme der burgenländischen SPÖ legte die Hand für Sinowatz ins Feuer. Seither zieren sie Brandblasen.

Denn Richter Ernest Maurer hat Worm — weil das Erinnerungsvermögen einiger Sitzungsteilnehmer doch

größer war, als es Parteiräson erlaubte — freigesprochen. Gegen diesen Freispruch hat Sinowatz berufen.

Jetzt ist der Worm-Frei-spruch rechtskräftig: Sinowatz hat seine Berufung zurückgezogen.

Das heißt: Worm hat also die Wahrheit geschrieben. Sinowatz hat dies und anderes gesagt, gewußt. Daß er nicht der Drahtzieher gewesen sein muß, kann ihm Worm da schon mitleidig bestätigen. Das ist freilich so kompliziert, daß es nicht einmal Franz Vranitzky begreifen darf. Aus Parteiräson.

Da laufen sie mit Brandblasen herum, die falschen Zeugen: Erste Hilfe muß nun der Staatsanwalt leisten. Der Vergleich hinkt?Der vor Gericht wohl mehr.

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