Fünfte Stunde „Seelenkunde“...

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Kinder und Jugendliche brauchen ein valides Rüstzeug, um psychische Probleme zu bewältigen.

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Kinder und Jugendliche brauchen ein valides Rüstzeug, um psychische Probleme zu bewältigen.

Schulstart, Herbst 2022: In den ersten Klassen gibt es Kinder, die in ihrem neuen Umfeld gar niemanden kennen. Eine gewisse Angst begleitet den Schulanfang ohnehin – umso mehr aber bei jenen Kindern, die in ihrem Naturell eine verstärkte Angstneigung mitbringen. Diese Ängste unter Kontrolle zu bringen, wird für deren schulische Entwicklung von zentraler Bedeutung sein. In einem einfühlsamen Elternhaus stehen die Chancen dafür nicht schlecht. In einem weniger sensiblen Umfeld aber sind die Kinder oft damit allein gelassen. Wie schade, wenn etwa hochintelligente Buben und Mädchen an emotionalen Problemen scheitern würden bzw. sie ihr Potenzial nicht voll entfalten könnten. Und wie sinnvoll, wenn es auch in der Schule Angebote zur Förderung der psychischen Gesundheit gäbe.

Genau das hat unlängst die Tiroler Kinder- und Jugendpsychiaterin Kathrin Sevecke vorgeschlagen: Sie fordert schnellstmöglich, flächendeckend und österreichweit ein Schulfach „Psychische Gesundheit“. Damit gebe man den Kindern und Jugendlichen ein „besseres Rüstzeug“ bei psychischen Symptomen in die Hand und senke auch die „Hemmschwelle für die frühzeitige Hilfesuche“, wie Sevecke gegenüber APA Science erläuterte. Seit Corona sei das wichtiger denn je: So sind die Akutaufnahmen an der Kinder- und Jugendpsychiatrie von 2019 auf 2021 um ca. 40 Prozent angestiegen, die akute Suizidalität in diesen Altersgruppen hat um 48 Prozent zugenommen. Und die negative Stimmung bleibt: „Es sind aktuell auch Themen wie Wirtschaftskrise, Klimakrise und Krieg, die Jugendliche und auch Kinder zusätzlich belasten“, so Sevecke.

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