George Harrison: Des Gärtners Meisterwerk

1945 1960 1980 2000 2020

Zur Neuauflage des Tripple-Albums "All Things Must Pass": Ex-Beatle George Harrison läuft darin zur Bestform auf.

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Zur Neuauflage des Tripple-Albums "All Things Must Pass": Ex-Beatle George Harrison läuft darin zur Bestform auf.

Beatles oder Stones? Das war schon immer die Frage. Die einen starteten Schwiegersohn-tauglich; die anderen hatten bereits die Aura des Bürgerschrecks, als sie noch mit Anzug und Krawatte auftraten. Mitte der 1960er Jahre machte die Popmusik dann einen Quantensprung: Die Haare wurden wilder, die Alben farbenprächtiger, Musik und Text tiefgründiger. Die Beatles verwandelten sich von adrett gekleideten Pilzköpfen zu zerzausten Psychonauten in Fantasieuniformen. Auch die Rolling Stones wurden bunt und psychedelisch, doch die „misogynste Band der Popgeschichte“ (Simon Reynolds) machte schon bald wieder Musik für harte Burschen. Die Beatles hingegen hörten nicht auf, nach neuen Horizonten zu suchen (Sorry: Das taten die Stones natürlich auch, aber hedonistisch fixiert).

Somit wartet die nächste Frage: John oder Paul? Bevor man sich darüber zu streiten beginnt, sollte man dialektisch denken: Schließlich gibt es ja noch George. Der Geheimtipp-Beatle lief zu seiner Bestform auf, als die Band 1970 auseinanderbrach. Das zeigt sich nirgendwo so deutlich wie in seinem Meisterwerk, das kurz nach der offiziellen Trennung der Beatles erschienen ist. Zum 50-Jahr-Jubiläum von „All Things Must Pass“ wurden die 23 Songs des Tripple-Albums nun komplett überarbeitet und mit unveröffentlichten Aufnahmen angereichert. Auf dem Cover sieht man George Harrison in „Friar Park“ – einem viktorianischen Anwesen mit großen Grünflächen, das er damals gerade bezogen hatte.

Beatles oder Stones? Das war schon immer die Frage. Die einen starteten Schwiegersohn-tauglich; die anderen hatten bereits die Aura des Bürgerschrecks, als sie noch mit Anzug und Krawatte auftraten. Mitte der 1960er Jahre machte die Popmusik dann einen Quantensprung: Die Haare wurden wilder, die Alben farbenprächtiger, Musik und Text tiefgründiger. Die Beatles verwandelten sich von adrett gekleideten Pilzköpfen zu zerzausten Psychonauten in Fantasieuniformen. Auch die Rolling Stones wurden bunt und psychedelisch, doch die „misogynste Band der Popgeschichte“ (Simon Reynolds) machte schon bald wieder Musik für harte Burschen. Die Beatles hingegen hörten nicht auf, nach neuen Horizonten zu suchen (Sorry: Das taten die Stones natürlich auch, aber hedonistisch fixiert).

Somit wartet die nächste Frage: John oder Paul? Bevor man sich darüber zu streiten beginnt, sollte man dialektisch denken: Schließlich gibt es ja noch George. Der Geheimtipp-Beatle lief zu seiner Bestform auf, als die Band 1970 auseinanderbrach. Das zeigt sich nirgendwo so deutlich wie in seinem Meisterwerk, das kurz nach der offiziellen Trennung der Beatles erschienen ist. Zum 50-Jahr-Jubiläum von „All Things Must Pass“ wurden die 23 Songs des Tripple-Albums nun komplett überarbeitet und mit unveröffentlichten Aufnahmen angereichert. Auf dem Cover sieht man George Harrison in „Friar Park“ – einem viktorianischen Anwesen mit großen Grünflächen, das er damals gerade bezogen hatte.

Mit ‚All Things Must Pass‘ wird ein Meilenstein der Popgeschichte neu gewürdigt. George Harrison beackert hier sein eigenes Herz.

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Mit seinem langen Bart und den Gummistiefeln sieht er aus wie jemand, der schon immer darauf gewartet hat, sich als Gärtner auszuleben. Und so wie ein Gärtner in innigem Kontakt mit allem Gedeihen und Verblühen ist, verströmt „All Things Must Pass“ den wehmütigen Grundton der menschlichen Existenz, der im titelgebenden Lied besungen wird: Alle Dinge müssen vergehen. Ein anderer Song widmet sich der „Kunst des Sterbens“. Doch dieses Gespür für Vergänglichkeit ist gepaart mit Gottessehnsucht – der Frage nach dem, was über die Unbeständigkeit des irdischen Daseins hinausgeht. Bei den Klängen von „My Sweet Lord“, einem Song in Gebetsform, der zwischen westlicher und östlicher Spiritualität oszilliert, ist das eindrucksvoll nachzuhören. Neben religiösen und philosophischen Reflexionen dreht sich das Album vor allem um eines: die Liebe (und ihre Schmerzen). Gärtner George beackert hier sein eigenes Herz. Wer dieses Album unter den Christbaum legt, schenkt der Seele reiche Nahrung – „Soulfood“.

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