Nocebo: Zauber und Hausverstand

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Nicht nur hoffnungslose Romantiker, auch wissenschaftlich tätige Ärzte wissen: Es gibt auch eine dunkle Seite der Einbildungskraft.

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Nicht nur hoffnungslose Romantiker, auch wissenschaftlich tätige Ärzte wissen: Es gibt auch eine dunkle Seite der Einbildungskraft.

Wie mächtig die Kraft der Einbildung sein kann, zeigt sich auch im klinisch weißen Setting der Medizin: Diese Kraft führt oft dazu, dass man sich besser fühlt, selbst wenn man etwas zu sich nimmt, das gar keine Wirkung hat. Zumindest nicht im pharmakologischen Sinn. Klinische Forscher sprechen vom Placebo-Effekt. So gibt es eindrucksvolle Studien mit depressiven Patienten, die ein solches Scheinmedikament erhalten – und deren Stimmung sich danach ähnlich aufhellt wie bei jenen, die tatsächlich ein Antidepressivum bekommen. Ein Placebo gilt mitunter als „Lüge, die heilt“.

Doch nicht nur hoffnungslose Romantiker, sondern auch wissenschaftlich tätige Ärzte wissen: Es gibt auch eine dunkle Seite der Einbildungskraft. Der Nocebo-­Effekt kann dazu führen, dass Beschwerden durch eine Behandlung hervorgerufen werden – ohne dass dies durch biologische Wirkmechanismen zu erklären ist. Nocebo steht also für die unerwünschten Nebenwirkungen des Placebo.

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