Verbunden mit uns selbst

1945 1960 1980 2000 2020

Die Herausforderungen, die wir haben, sind von uns selbst gemacht und können nur von uns gelöst werden. Wir müssen unsere alten Paradigmen aufbrechen und radikal neu denken.

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Die Herausforderungen, die wir haben, sind von uns selbst gemacht und können nur von uns gelöst werden. Wir müssen unsere alten Paradigmen aufbrechen und radikal neu denken.

Pandemie, Klima, Ungleichheit, Polarisierung, Korruption, mentale Gesundheit: Beim Rückblick auf das letzte Jahr jagt gefühlt eine Krise die nächste. Otto Scharmer spricht in seiner „Theorie U“ von ökologischer, spiritueller und sozialer Disruption und von einer verlorenen Verbindung von Mensch zu Umwelt, Mensch zu anderen Menschen und Mensch zu sich selbst. Gut sichtbar in der Klimakrise, in immer radikalisierteren Gruppierungen, die nicht mehr miteinander sprechen und steigenden Zahlen bei Depressivität und Angstzuständen. Die Gründe dafür sind vielfältig und können in der Vermögens- und Einkommensverteilung, politischen Systemen, der Konsumgesellschaft, Führungsideologien, (digitalen) Informationsblasen, dem Finanzsystem und mehr gefunden werden – und es wäre ein Leichtes, einfach anderen die Schuld zu geben und sich im neuen Biedermeier in der Kleinfamilie zurückzuziehen. Die Herausforderungen, die wir haben, sind jedoch von uns selbst gemacht und können nur von uns gelöst werden. Wir müssen unsere alten Paradigmen aufbrechen und radikal neu denken.

Was mir Hoffnung gibt, ist, dass die Vergangenheit gezeigt hat, dass Systemänderungen möglich sind – siehe Bürgerrechts-, Umwelt- und Frauenbewegungen, Dekolonialisierung oder auch der Fall des Eisernen Vorhangs. Und aktuelle globale Bewegungen wie Fridays for Future, BlackLiveMatters, aber auch Zusammenschlüsse unterschiedlichster Akteure wie im Impact Hub Netzwerk oder in den Innovationslaboren und Programmen des von Scharmer geführten „Presencing Institute“ zeigen, dass immer mehr Menschen aus unterschiedlichen Sektoren mit innovativen Ansätzen und neuen Ideen an einem positiven gesellschaftlichen Wandel arbeiten. Wir sind an einem Wendepunkt – und ich glaube an die Möglichkeit einer stärkeren Verbundenheit mit uns selbst, anderen und der Umwelt.

Die Autorin ist Geschäftsführerin des Start-up-Forums „Impact Hub -Vienna“.

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