Katholische Verschwörungsideologien: Verquere "Gläubigkeit"

1945 1960 1980 2000 2020

Wiedergänger eines unseligen antijüdischen Katholizismus vergiften auch das kirchliche Klima. Christ(inn)en und Kirchen sollten dieser lautstarken Minderheit entschieden entgegentreten.

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Wiedergänger eines unseligen antijüdischen Katholizismus vergiften auch das kirchliche Klima. Christ(inn)en und Kirchen sollten dieser lautstarken Minderheit entschieden entgegentreten.

Bei der Verbreitung der zahlreichen Verschwörungsmythen, die rund um die Covid-19-Pandemie und zuletzt in der Diskussion über eine Impfpflicht immer fröhlichere Urständ feiern, sind rechts­katholische Strömungen an vorderer Front zu finden. Wer sich auf den einschlägigen Kanälen, Foren und Webseiten umtut, erfährt da ganz schnell, welche Bedrohung die Menschheit durch eine globale (Finanz-)Elite erleidet, welche die Kontrolle über die Welt übernehmen will. Bill Gates oder George Soros sind die prominentesten Feindbilder, offen oder versteckt wird auch mit antisemitischen Codes gearbeitet.

Ein Wortführer dieser Verschwörungsverbreiter ist der katholische Erzbischof Carlo Maria Viganò, einst päpstlicher Nuntius in den USA, der nicht nur als erbitterter Gegner von Papst Franziskus lautstark agiert: „Wir haben es also mit einer kriminellen Elite zu tun, die im Weltwirtschaftsforum versammelt ist, um den Great Reset zu planen, und in der UNO, um die Agenda 2030 umzusetzen, und die beschlossen hat, die Weltbevölkerung mit Hilfe einer Reihe detailliert beschriebener ‚Szenarien‘ zu dezimieren.“ So eine „Botschaft“ Viganòs von Anfang Dezember: Die Pandemie wird da zum Putschversuch einer „Abtreibungs­lobby“ gegen die wahren Gläubigen und in der Folge alle Menschen überhaupt stilisiert.

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