Abschied von zwei Frauen

1945 1960 1980 2000 2020

Gedanken über Wirken und Parallelen von Angela Merkel und Helga Rabl-Stadler.

1945 1960 1980 2000 2020

Gedanken über Wirken und Parallelen von Angela Merkel und Helga Rabl-Stadler.

Zugegeben, die Idee ist fragwürdig: In den folgenden Zeilen geht es um zwei Frauen, deren Gemeinsamkeit sich vordergründig auf drei Faktoren beschränkt: 1. auf ihre Bekanntheit. 2. auf ihren nahezu zeitgleichen Abschied aus der großen Öffentlichkeit. Und 3. auf die ganz subjektive Tatsache, dass ich beide seit vielen Jahren bewundere.

Und als dieser Tage meine Zweifel wuchsen, ob das allein schon ausreicht, um aus zwei ganz starken Eigenpersönlichkeiten ein Duett zu machen, ist mir ganz unerwartet eine vierte Begründung geschenkt worden: dass nämlich die eine, Deutschlands Angela Merkel, eben in einem handgeschriebenen Brief bestätigt, wie sehr ihr die Art gefallen hat, in der die andere, Helga Rabl-Stadler, über unglaubliche 27 Jahre hinweg den wichtigsten Kulturbetrieb Europas geführt hat, die Salzburger Festspiele.

Epizentrum des Besonderen

Mein Zugang zu beiden könnte nicht unterschiedlicher sein: Bald sind nämlich 50 Jahre vergangen, seit die damals 26jährige Juristin Helga Stadler in jener Redaktion aufgetaucht ist, in der auch ich gelandet war. Sie als einzige Frau in einem komplett männerdominierten Umfeld – und doch unerschrocken, energiegeladen, perfekt vernetzt, enorm formulierungsstark, bald auch ein Aushängeschild. Auf ihre Weise war sie schon damals ein „Epizentrum des Besonderen“ und ein „Naturereignis in Sachen Kommunikation“. Dass sie Gerd Bachers Tochter war – und er kurzzeitig sogar unser Chefredakteur –, diesen PR-Faktor hat sie nie gebraucht oder eingesetzt. „Journalismus war mein Traumberuf“, das sagt sie auch jetzt noch, nach einer ganz anderen, bravourös absolvierten Lebensaufgabe. Danke!

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