Nußbaumers Welt

"Schick sie zurück!"

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Ich werde euer Präsident für Gesetz und Ordnung sein!" Also sprach Donald Trump 2016 vor seinem Amtsantritt im Weißen Haus. Tatsächlich gehört es ja gemäß US-Verfassung zu seinen obersten Pflichten, "dafür zu sorgen, dass die Gesetze getreu vollzogen werden".

Es ist anders gekommen, ganz anders. Amerikas Medien nennen Trump jenen Präsidenten, der -wie kaum ein zweiter -"gesetzlos und unmoralisch" agiert. Sechs Kongress-Ausschüsse sammeln derzeit Fakten über seine Lügen, seinen Machtmissbrauch, seine Behinderung der Justiz Und sein früherer FBI-Chef James Comey sieht ihn als Beispiel, dass auch frei gewählte Führer imstande sind, mafiöse Strukturen zu entwickeln.

Ich werde euer Präsident für Gesetz und Ordnung sein!" Also sprach Donald Trump 2016 vor seinem Amtsantritt im Weißen Haus. Tatsächlich gehört es ja gemäß US-Verfassung zu seinen obersten Pflichten, "dafür zu sorgen, dass die Gesetze getreu vollzogen werden".

Es ist anders gekommen, ganz anders. Amerikas Medien nennen Trump jenen Präsidenten, der -wie kaum ein zweiter -"gesetzlos und unmoralisch" agiert. Sechs Kongress-Ausschüsse sammeln derzeit Fakten über seine Lügen, seinen Machtmissbrauch, seine Behinderung der Justiz Und sein früherer FBI-Chef James Comey sieht ihn als Beispiel, dass auch frei gewählte Führer imstande sind, mafiöse Strukturen zu entwickeln.

Noch ist offen, ob Donald Trumps hässlicher Plan aufgeht, der Rassismus und Fremdenfeindlichkeit als Waffe des Machtgewinns und Machterhalts einsetzt.

Nie aber war das Entsetzen über diesen 45. US-Präsidenten größer als jetzt: seit er vier multiethnische, linksliberale weibliche US-Abgeordnete -alle Demokraten -aufgefordert hat, "in ihre total kaputten, kriminellen Länder" zurückzukehren. Und das, obwohl drei von ihnen schon in den USA geboren wurden und auch die vierte längst US-Bürgerin ist. Und Trump legt noch nach, nennt die Frauen "hasserfüllt" und "unfähig, die Heimat zu lieben"

Die giftige Saat geht auf: Schon brüllen seine Fans: "Schick sie zurück!" Und das in Amerika, seit Jahrhunderten das Einwanderungsland schlechthin; dessen Identität auf einer beispiellos bunten, aber auch sensiblen Mischung aus ungezählten Minderheiten beruht.

Groß ist jetzt die Bestürzung über Rassismus und politische Brandstiftung im Weißen Haus. Joe Biden, Ex-Vizepräsident und einer der Präsidentschaftsanwärter der US-Demokraten, brachte es auf den Punkt: "Mr. President, Sie werden nie verstehen, was Amerika so stark macht!"

Das "weiße" Amerika als Geisel

Es hat ein wenig gedauert, bis sich die großen US-Medien jetzt daran erinnern: Nein, da ist kein Ku-Klux-Klan-Anhänger oder Faschist an der Macht. Wohl aber ist da Trumps alte, diabolische Vorwahl-Strategie: Angesichts schlimmer eigener Umfragewerte hat er sich für 2020 die vier Frauen als Hassobjekte auserwählt, um seinen (noch nicht gekürten) demokratischen Herausforderer zu zwingen, sie in Schutz zu nehmen. Um ihn dann als unamerikanischen, gefährlichen Linksaußen diffamieren zu können -und so das "weiße" Amerika zu seiner politischen Geisel zu machen.

Noch ist offen, ob dieser hässliche Plan aufgeht, der Rassismus und Fremdenfeindlichkeit als Waffe des Machtgewinns und Machterhalts einsetzt. Aber Donald Trump zeigt uns, dass Demokratien keine Selbstläufer sind, sondern stets neu verteidigt werden müssen. Wie auch immer: Niemand kennt heute die Langzeitwirkung einer solchen von Hass, Spaltung und Brandstiftung geprägten Kampagne.

"Schick sie zurück" - es sind diese drei Worte, die das neue, beschämende Kapitel amerikanischer Politik umschreiben. Betroffen denke ich: Wo sind die Zeiten, in denen unser Blick so hoffnungsvoll und dankbar den Atlantik überquert hat?!