Luxusklavier im Nationalrat: Wolfgang Sobotkas vergoldetes Ego

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Präpotenz ist für Brigitte Quint schwer auszuhalten. Warum und was Wolfgang Sobotka dazu sagen würde essenzt sie folglich:

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Präpotenz ist für Brigitte Quint schwer auszuhalten. Warum und was Wolfgang Sobotka dazu sagen würde essenzt sie folglich:

Eine zentrale Gestalt in der österreichischen Politlandschaft lässt mich regelmäßig erschaudern. Es handelt sich um Wolfgang Sobotka. Den Nationalratspräsidenten. Er ist für mich die Personifizierung der Präpotenz. Dass er für das neue Parlament ein vergoldetes Klavier angemietet hat, das die Steuerzahler(innen) 3000 Euro im Monat kostet, wundert mich genau überhaupt nicht. Dass er es jetzt sogar kaufen will – auf Steuerkosten versteht sich –, wundert mich noch weniger.

Meine Antipathie Sobotka gegenüber hat weniger mit ihm als mit mir zu tun. So viel Küchenpsychologie muss sein. Dass ich mich breitbeinig auf eine Bühne stelle und anderen erkläre, ich wäre das Beste, was ihnen passieren kann – so bringt es der Gute zumindest nonverbal rüber –, ist undenkbar. Oder nur mit harten Drogen zu realisieren. Ich bin Meisterin darin, mich selbst niederzumachen. Deshalb triggert es mich, wenn sich mein Gegenüber in seiner (selbstdiagnostizierten) Großartigkeit suhlt.

Einerseits geht mir diese Art auf den Senkel. Andererseits würde ich mir gerne ein Stück davon abschneiden. Ich bin ja nicht die Einzige, die Sobotka angreift. Gibt es ein Ranking der unbeliebtesten Politiker Österreichs? Jede Wette, dass es Sobotka unter die Top drei schaffte. Während ich mich darob bis ins Mark kränken würde, stolziert er mit stolzgeschwellter Brust Tag für Tag an „seinem“ vergoldeten Klavier vorbei.

Ich höre immer wieder, dass er das Herz am rechten Fleck habe, ein guter Christ sei usw. Dann soll er sich bitte schön besser vermarkten. Wir schreiben schließlich das Jahr 2023. Ich höre ihn fast, was er mir hierauf kontert: „Kehren Sie doch vor Ihrer eigenen Tür, Frau Quint.“ Damit hätte er mich. Was ihn aber keinen Deut sympathischer macht.

Lesen Sie auch die Quint-Essenz "Friedrich Merz und ich" oder "Klappe zu (lassen)".

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