"Letzte Generation": Bitte noch radikaler!

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Wo man sich im Kampf gegen die Klimakatastrophe eigentlich ankleben sollte.

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Wo man sich im Kampf gegen die Klimakatastrophe eigentlich ankleben sollte.

Die „Letzte Generation“ hat also wieder zugeschlagen. Diesmal musste das Wiener Leopold Museum daran glauben, konkret Gustav Klimts Gemälde „Tod und Leben“. Zwar kam bei der Ölschütt- und Anklebeaktion nur das Schutzglas zum Handkuss – wie zuletzt auch bei ähnlichen Guerilla-Aktionen in Canberra (Andy Warhols „Campbell‘s Soup“), Paris (da Vincis „Mona Lisa“) oder Den Haag (Vermeers „Mädchen mit dem Perlenohrring“). Und auch der Abguss jenes Dinosaurier-Skeletts im Naturhistorischen Museum, an dessen Sockel sich vergangene Woche junge Radikale festgeheftet hatten, blieb unversehrt.

Dennoch ist die Aufregung über derlei religiösen Eifer gigantisch. Man habe zwar „Verständnis für einen Teil der Verzweiflung der jungen Menschen“, meinte NHM-Generaldirektorin Katrin Vohland. Doch solcher Aktionismus lenke vom eigentlichen Thema ab. Klüger wäre es, „sich in Parteien zu engagieren und um Mehrheiten“ zu ringen.

Gute Idee. Was spricht eigentlich dagegen, sich am Parlament festzukleben oder den neuen (zuvor natürlich abgedeckten!) Bösendorfer-Flügel im Hohen Haus so lange mit Wasser zu besprengen, bis 51 Prozent aller Abgeordnetensitze von Menschen besetzt sind, die so etwas wie „Zukunft“ noch am eigenen Leib erleben?

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