Lise Meitner - © Foto: picturedesk.com / PhotoResearchers / Science Source (Bildbearbeitung: Manuela Tomic)

Lise Meitner: „Ich hoffe, die Konstruktion einer Atombombe gelingt nicht“

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Atomwaffen sind im politischen Diskurs so präsent wie lange nicht. Begonnen hat alles 1934 mit der Österreicherin Lise Meitner, deren Forschung maßgeblich zur Entstehung der Atombombe beigetragen hat. Für die Pazifistin war das ein Albtraum.

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Atomwaffen sind im politischen Diskurs so präsent wie lange nicht. Begonnen hat alles 1934 mit der Österreicherin Lise Meitner, deren Forschung maßgeblich zur Entstehung der Atombombe beigetragen hat. Für die Pazifistin war das ein Albtraum.

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Ausgerechnet unter der Nazi-Herrschaft gelang dem deutschen Chemiker Otto Hahn im Dezember 1938 im Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin etwas, das er möglicherweise ursprünglich gar nicht gewollt hatte: Beim Versuch, mit Neutronen auf Uran zu schießen, entstand, statt wie von ihm erwartet, kein schweres „Transuran“, sondern Barium, nur halb so schwer wie Uran. Damit hatte Hahn als Erster einen Atomkern gespalten.

Das Ergebnis fußt auf der jahrelangen Zusammenarbeit mit seiner vor den Nationalsozialisten nach Schweden geflohenen jüdischstämmigen Forscherkollegin, der österreichischen Physikerin Lise Meitner. In einem Brief teilt er ihr seinen Zufallserfolg mit. Meitner erkannte sofort die Brisanz von Hahns Entdeckung. Die Spaltung von Atomkernen setzt ungeheure Energien frei. Sollten die Nazis diese Kraft beherrschen, hätten sie eine Vernichtungswaffe in der Hand, mit der sie die ganze Welt bezwingen könnten.

Heute, fast 90 Jahre später, ist die Diskussion um Atomwaffen so brisant wie lange nicht. Seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine 2022 wurde ihr möglicher Einsatz wieder zum ultimativen Drohszenario von Russlands Präsidenten Wladimir Putin und seinem Außenminister Sergei Lawrow. Doch es gibt auch gute Entwicklungen: Der Iran hat sich kürzlich offen für direkte Gespräche mit den USA gezeigt und scheint für einen Kurswechsel in seiner Politik gegenüber dem Erzfeind bereit zu sein. Sogar die von den USA abgebrochenen Atomverhandlungen sollen wieder aufgenommen werden. Von einer nuklearfreien Region im Nahen Osten ist die Rede.

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