Heidi Horten - © Foto: Archiv Heidi Horten Collection

Heidi Horten: Das Vermächtnis der Mäzenin

1945 1960 1980 2000 2020

Das etwas versteckt im Hanuschhof gelegene Museum für die Heidi ­Horten Collection trägt die Handschrift seiner Stifterin. Nur wenige Tage nach der Eröffnung starb Heidi Goëss-Horten, ihr Museum wird bleiben.

1945 1960 1980 2000 2020

Das etwas versteckt im Hanuschhof gelegene Museum für die Heidi ­Horten Collection trägt die Handschrift seiner Stifterin. Nur wenige Tage nach der Eröffnung starb Heidi Goëss-Horten, ihr Museum wird bleiben.

Heidi Goëss-Horten war Milliardärin und Kunstmäzenin aus Leidenschaft. Sie sammelte Kunst nicht nur, sie lebte damit. ­Gemälde, Tafelbilder und Skulpturen ­prägten die Räume und Gärten ihrer privaten Domizile. 2018 waren einige Highlights in der Ausstellung „Wow!“ im Wiener Leopold Museum zu sehen. Die Resonanz war derart überwältigend, dass Goëss-­Horten the next ­ENTERprise Architects mit der Planung eines Museums beauftragte. Diese verwandelten einen unscheinbaren Altbau in eine Museumspreziose mit „Wow!“-Faktor. Am 3. Juni war die Eröffnung mit der Ausstellung „OPEN“, in den Morgenstunden des 12. Juni starb Goëss-Horten in ihrem Haus am Wörthersee.

Hochkarätige Auswahl

„Ich würde von mir selbst sagen, ich bin ein Augenmensch. Wenn ich ein Kunstwerk sehe, weiß ich im ersten Moment, ob es für meine Sammlung in Frage kommt“, so Goëss-Horten. Tatsächlich ist die Sammlung schön anzusehen und hochkarätig bestückt, zu Gesellschaftskritik und Reflexion regt sie nicht unbedingt an. Von der Frühmoderne bis zur Gegenwart, alle sind sie da: Pablo Picasso, Egon Schiele, Pierre-Auguste Renoir, Joan Miró, Niki de Saint ­Phalle, Francis Bacon, Lucian Freud, Damien Hirst, Gerhard Richter, Franz West, Erwin Wurm. Das garantiert ein hohes Level an Qualität und Aufmerksamkeit.

Einen Steinwurf von der Albertina entfernt, liegt das Museum etwas versteckt im Hanuschhof. Dort erwarb Goëss-­Horten 2019 ein zweigeschoßiges Kanzleigebäude mit Fuhrpark, das Erzherzog Friedrich 1914 erbauen ließ. Es spannt sich gleichermaßen zwischen den zwei Zugängen in den Hof auf. Schmal und lang, Schönbrunnergelb, Fugenschnitt im Putz, große Öffnungen im Sockel (der einstige Fuhrpark!), symmetrisch, unaufgeregt, durchaus reizvoll. Seine Längsfront flankiert den Hof, jeder, der ihn quert, passiert es. The next ENTERprise Architects rollten ihm einen grünen Teppich aus. Der bestehende Rasen wurde angehoben, bepflanzt und mit einer steinernen Bank eingefasst. Schon jetzt sitzen viele Menschen dort. Künftig soll sich Wilder Wein an der Fassade hochranken.

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