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Abweichung als politische Währung: Bierpartei, KPÖ aber auch FPÖ punkten damit "anders zu sein"

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Progressive politische Bewegungen wie die Bierpartei geben vor, eine Abweichung von der Norm zu sein – dabei wird die Abweichung selbst zur Norm. Über die konstruktiven und destruktiven Folgen dieser Praxis.

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Progressive politische Bewegungen wie die Bierpartei geben vor, eine Abweichung von der Norm zu sein – dabei wird die Abweichung selbst zur Norm. Über die konstruktiven und destruktiven Folgen dieser Praxis.

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In seinem Buch „Konformisten des Andersseins“ erregte der Medientheoretiker Norbert Bolz vor rund zwei Jahrzehnten mit einer paradoxen wie polemischen These Aufsehen: „Abweichungen von der Norm werden in bestimmten Milieus in einem Maße gesucht, dass sie selbst zur Norm werden.“ Das Ziel sei, „anders als alle anderen zu sein“. Das, was als Subversion verkauft wird, so Bolz, sei im Grunde längst Mainstream.

Von der Währung des „Andersseins“ profitierten in der Politik immer wieder Bewegungen. Etwa die Grünen. Bei ihrer Gründung sprachen auch sie jene Teile der Bevölkerung an, die sich als politisch heimatlos fühlten, da sie „anders“ waren als die Anhänger etablierter Parteien. Als 1986 die Grünen („Die Grüne Alternative“) erstmals mit 4,82 Prozent der Stimmen und acht Mandaten mit dem Grünen Parlamentsklub in den österreichischen Nationalrat einzogen, ging das einher mit hochfliegenden Gefühlen und Erwartungen. Ihre anfängliche Weigerung, ihr Verhalten dem der anderen Parteien anzupassen, hielten viele ihrer Anhänger nur für konsequent und als Zeichen ihrer Authentizität. Das hat sich freilich mittlerweile verändert. Die Grünen sind längst Teil des vielzitierten Establishments und können niemandem mehr weismachen, sie wären dessen Konterpart.

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