Denkmal

Die Goethe-Stadt Weimar im Kampf gegen Rechts

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Im Vorfeld der Landtagswahlen in Ostdeutschland geht die Angst vor der AfD um, die insbesondere in Thüringen deutlich zulegen dürfte. Wie reagiert man in der Dichter- und Denkerstadt Weimar darauf? Ein Besuch.

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Im Vorfeld der Landtagswahlen in Ostdeutschland geht die Angst vor der AfD um, die insbesondere in Thüringen deutlich zulegen dürfte. Wie reagiert man in der Dichter- und Denkerstadt Weimar darauf? Ein Besuch.

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Eine Geheimtür, versteckt hinter einer Wand im Stiegenhaus. Den Besuchern am „Frauenplan 1“ bleibt sie in der Regel verborgen. Nur ausnahmsweise wird sie für Gäste geöffnet. So hielt es auch der einstige Bewohner des Hauses: Johann Wolfgang von Goethe. Er ließ diesen Durchgang einbauen, um von seinen Amtsgeschäften auf direktem Weg in sein Studierzimmer zu gelangen. Wenn er davon ausging, dass jemand ihn beim Nachdenken zu inspirieren vermochte, durfte ihn dieser Jemand begleiten.

Heute ist es Bettina Werche, stellvertretende Abteilungsleiterin des Goethe-Nationalmuseums in Weimar, die die Holzwand zur Seite schiebt und die Abkürzung zur historischen Schreibstube einschlägt. Dort angekommen, weist sie auf ein Unikat hin, das weltweit seinesgleichen sucht: Es ist jener Holzschrank, in dem die Nachlassverwalter nach Goethes Tod das unveröffentlichte Manuskript von „Faust II“ gefunden haben dürften. Auch Goethes Originalschreibtisch ist zu sehen. Dort soll er gesessen haben, um „Die Wahlverwandtschaften“, den „Zauberlehrling“ oder „Faust I“ verfassen.

Es ist Literatur wie diese, die Touristen aus aller Welt ins thüringische Weimar strömen lässt. Jährlich besuchen etwa drei Millionen Gäste die Kulturstadt, deren Klassikerstätten zum Weltkulturerbe der UNESCO zählen. In Weimar lebten neben Goethe auch Friedrich Schiller, Christoph Martin Wieland, Johann Gottfried Herder, Martin Luther, Johann Sebastian Bach, Franz Liszt oder Friedrich Nietzsche – nur um einige der berühmtesten Persönlichkeiten zu nennen.

Auch entstand hier nach dem Ersten Weltkrieg das Bauhaus, das bis heute weltweit als Heimstätte der Avantgarde der Klassischen Moderne gilt. Aufgrund der hohen Dichte an Kultur und Geschichte, für die Weimar steht, zieht es vor allem gut gebildete Menschen in den Bann – und jene, die eine Affinität für diese Themen aufweisen. Alleine, zu zweit oder in Gruppen spazieren sie durch die Gassen, bummeln durch die Buchhandlungen oder sitzen in einem der vielen Cafés, mit Blick auf die Denkmäler, Museen und Kirchen. Auffällig sind auch die vielen Schulklassen, die mehrtägige Lehrexkursionen nach Weimar führen.

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