Unterseekabel

Huthi-Terror im Roten Meer: Sabotage an Unterseekabeln?

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Die jemenitische Huthi-Miliz dürften im Roten Meer nicht nur Handelsschiffe angreifen und versenken, sondern auch Seekabel sabotieren. Aber auch russische Spione haben es auf die Internetinfrastruktur abgesehen. Über Unterwasser-Gefahren für die Weltwirtschaft und die Verwundbarkeit von digitalen Handelsrouten.

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Die jemenitische Huthi-Miliz dürften im Roten Meer nicht nur Handelsschiffe angreifen und versenken, sondern auch Seekabel sabotieren. Aber auch russische Spione haben es auf die Internetinfrastruktur abgesehen. Über Unterwasser-Gefahren für die Weltwirtschaft und die Verwundbarkeit von digitalen Handelsrouten.

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Im Februar dieses Jahres wachten Millionen Ägypter ohne Internet auf: Kundenhotlines waren nicht erreichbar, E-Mails und SMS kamen nicht mehr an. Der Mobilfunkbetreiber Vodafone Egypt meldete eine technische Störung. Spekuliert wurde, ob der Netzausfall mit einem zerstörten Internetseekabel im Roten Meer zusammenhing. Der Hintergrund: Wenige Tage zuvor waren gleich mehrere Unterwasserkabel beschädigt worden. Eines von ihnen: das Europe India Gateway (EIG), das auf einer Länge von 15.000 Kilometern Mumbai mit dem europäischen Festland verbindet. Neben Vodafone sind unter anderem Telecom Egypt sowie der US-Konzern AT&T an dem Seekabel finanziell beteiligt. Der Hongkonger Netzanbieter HGC Global Communications schätzt, dass 25 Prozent des Datenverkehrs zwischen Asien und Europa gestört waren.

Auch in Deutschland kam es zu Beeinträchtigungen: Der Internetdienstleister DE-CIX, der in Frankfurt Europas größten Internetknoten betreibt, musste zeitweise den Datenverkehr umleiten. Der Vorfall macht deutlich, wie verwundbar die digitale Infrastruktur ist.

Achillesferse des Datenverkehrs

Seekabel sind die Arterien der Weltwirtschaft und so wichtig wie Pipelines oder Stromtrassen: Sie sorgen dafür, dass Menschen Netflix streamen oder Onlinemeetings durchführen können. Im Roten Meer verlaufen gleich 16 dieser Datenpipelines – die geopolitisch angespannte Region gilt als Achillesferse des globalen Datenverkehrs. Schon vor einigen Wochen hatten Telekommunikationskonzerne davor gewarnt, dass die jemenitische Huthi-Miliz, die seit Monaten Containerschiffe attackiert und damit den Welthandel empfindlich trifft, auch Unterwasserkabel sabotieren könnte.

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