Mallorca

Massentourismus: Einheimische steigen auf die Barrikaden

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Wohlstandsfaktor Nummer eins, Wohlfühlfaktor minus zehn: So empfinden immer mehr Einheimische auf den Balearen, Kanaren, in Barcelona, Venedig oder auch in Amsterdam den Massentourismus. Im Sommer 2024 warten daher auf viele Urlauber verschärfte Regeln und "Erziehungsmaßnahmen".

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Wohlstandsfaktor Nummer eins, Wohlfühlfaktor minus zehn: So empfinden immer mehr Einheimische auf den Balearen, Kanaren, in Barcelona, Venedig oder auch in Amsterdam den Massentourismus. Im Sommer 2024 warten daher auf viele Urlauber verschärfte Regeln und "Erziehungsmaßnahmen".

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Die Beziehung zwischen den Mallorquinern und den Urlaubermassen auf der Insel steckt in der Krise. Gelinde gesagt. Bereits Ende Mai waren viele Strände Mallorcas derart überfüllt, dass Einheimische (die meist gegen Spätnachmittag ans Meer fahren) kaum noch Parkplätze fanden und lange Fußwege zurücklegen mussten. Eine Situation, die viele Inselbewohner dazu animierte, aktiv gegen die Situation vorzugehen. Via Kurznachrichtendienst X riefen einige die Initiative „Mallorca Platja Tour“ ins Leben. Der Plan dahinter: Jedes Wochenende sollen beliebte Urlauberstrände gekapert werden, bevor die ausländischen Urlaubermassen kommen.

„Es kann doch nicht angehen, dass wir Einheimischen unsere eigenen Strände nicht mehr genießen können, weil sie von Urlaubern überrannt werden“, erklärte Rosa Marsillí von der Protestinitiative #Ocupemlesnostresplatges (Lasst uns unsere Strände besetzen) der Lokalzeitung Diario de Mallorca. So trafen sich Mitte Juni Dutzende am frühen Morgen, um in der beliebten Bucht Caló des Moro (Südküste) den Strand und die Parkplätze zu „besetzen“.

Touristische Öko-Steuer gefordert

Die nächsten Protestveranstaltungen werden inmitten der Hochsaison, am 21. Juli, stattfinden. Diesmal parallel auf allen vier Balearen-Inseln: Mallorca, Menorca, Ibiza, Formentera. Wie im Mai werden sich die Einheimischen mit bunten Hemden, Flipflops und Sonnenhüten als Touristen „verkleiden“ und mit Plakaten wie „Mallorca steht nicht zum Verkauf“ auf den Flaniermeilen gegen Touristenmassen und die durch die Ferienapartments entstandene Wohnraumnot protestieren. Es geht ihnen aber auch um die immer knapper werdenden Ressourcen (etwa Wasser), die Preisexplosionen und die Umweltbelastung.

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